Welt : Abenteurer Fosset geht in die Luft

Rainer W. During

Berlin - Er ist wieder in der Luft: Am Mittwoch um 13 Uhr 22 ist der amerikanische Abenteurer und Milliardär Steve Fossett in Florida zu einem neuen Weltrekordversuch gestartet. In 80 Stunden will er mit einem Minijet nicht nur – wie schon einmal – um die Welt fliegen. Diesmal will er nach der Erdumrundung noch nach England weiterfliegen und so eine Strecke von knapp 42 000 Kilometern zurücklegen, den längsten Flug aller Zeiten.

Eigentlich sollte der Flug bereits am Dienstag beginnen, doch ein Leck in einer Treibstoffleitung musste geflickt werden. Einen Spritverlust wie im März 2005 kann sich der 60-Jährige diesmal nicht leisten. Knapp 5000 Kilo Kerosin passen in die Tanks des „Global Flyer“. Das sind vier Fünftel des Gesamtgewichts. Ein kleines Düsentriebwerk beschleunigt den Jet auf rund 450 Stundenkilometer. Den benötigten Zusatzschub erhofft er sich von günstigen Rückwinden.

2005 brachte es Fossett auf 36 898 Kilometer. Den Streckenrekord halten dagegen die Ballonfahrer Bertrand Piccard und Brian Jones, die 1999 genau 40 814 Kilometer zurücklegten. Der „Global Flyer“ gehört Richard Branson, einem weiteren milliardenschweren Abenteuer, dem Chef der Virgin-Unternehmensgruppe. Fossett, der sich mit Milchshakes fit hält, sitzt während des Fluges in einer winzigen Druckkabine zwischen den Tanks. Während ihn Autopilot und Satellitennavigation auf Kurs halten, kann er sich in rund 13 Kilometern Flughöhe gelegentlich ein kurzes Schläfchen gönnen.

Der Kurs des Abenteurers führt von Florida über den Atlantik nach Teneriffa, weiter über Luxor (Ägypten), Doha (Katar), Kalkutta (Indien), Kunming (China) nach Tokio (Japan). Von dort aus geht es in 17 Stunden über den Pazifik nach Mexiko und weiter über Texas hinauf nach Neufundland. Nach einer zweiten Atlantiküberquerung will er dann via Shannon (Irland) am Sonnabend gegen 21 Uhr 30 den Kent International Airport in England erreichen.

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