Welt : Abergläubisch?: Ethnologisches: April, April

Vorsicht, 1. April! Lassen Sie sich nicht für dumm verkaufen. Woher die Sitte stammt, weiß man nicht genau. Alt ist sie jedenfalls. In Deutschland ist die Redewendung "jemanden in den April schicken" erstmals 1628 bezeugt. Ursprung ist vermutlich ein alter Frühlingskult, ähnlich den Narrenbräuchen zur Fastnachtszeit. Der Aprilnarr, den man hinschicken konnte, wohin man wollte, glich dem "absterbenden, machtlosen Winter, mit dem der seine Herrschaft antretende Sommer tun kann, was er will", heißt es im "Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens".

Andere leiten den Aprilscherz aus dem trügerischen Aprilwetter her. Dagegen spricht, dass man den Brauch auch in wetterbeständigen Ländern pflegt. In Portugal werden Vorübergehende mit Wasser bespritzt oder man bläst ihnen Puder ins Gesicht. In Frankreich und Italien heftet man ihnen einen Papierfisch an den Rücken. Wer das nicht merkt, ist der "Aprilfisch", im Prinzip also ein dummes Tier. Wie der Fisch, der sich mit der Angel oder einem Netz fangen lässt, geht einem der Aprilnarr auf den Leim.

Es gibt verschiedene Arten von Aprilscherzen. Man schaut oder zeigt zum Beispiel irgendwohin. Lässt sich ein anderer auch dazu verleiten, ist er der Dumme. Doch klassisch ist das "In den April schicken" mit unsinnigen Aufträgen. Kinder schickte man früher mit Vorliebe in die Apotheke. Dort sollten sie etwa holen: Krebsblut, Mückenfett, Stecknadel- und Dukatensamen, Gicht- und Gallezwicken, gedörrten Schnee, ein gerades Häkchen, rosagrüne Tinte, gehackte Flohbeine, Kuckucksöl, schwarze Kreide, Sonnenbohrer, Nebeltrenner, gesponnenen Sand oder ein Tütchen bayerisches "Ibidum", was auf Hochdeutsch heißt: "Ich bin dumm."

Zuweilen gab es für den Gefoppten eine Entschädigung: Er durfte sich auf Kosten dessen, der ihn in den April geschickt hatte, im Wirtshaus schadlos halten. Tipp für Abergläubige: Besser zu Hause bleiben. Denn der 1. April ist ähnlich unglücksträchtig wie Freitag, der 13. Angeblich fuhr Satan am 1. April zur Hölle. Eine alte volkskundliche Quelle, der "Böhmerwaldbauer", bringt es auf den Punkt: "Was man an diesem Tag unternimmt, misslingt."

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