Welt : Aberglaube: Murmeltier Phil sagt langen Winter voraus

Abergläubische Amerikaner müssen sich auf noch mindestens sechs Wochen winterliches Wetter einstellen: Umringt von Dutzenden Fernsehkameras sagte Murmeltier Phil aus dem Örtchen Punxsutawney im US-Bundesstaat Pennsylvania einen langen Winter voraus. "Ich habe meinen Schatten gesehen, noch sechs Winterwochen werden es sein", dolmetschte Murmeltierwart Bill Cooper die tierische Botschaft. Den Murmeltier-Brauch brachten deutsche Siedler 1886 in die USA. Das morgendliche Medienspektakel wurde live auf dem New Yorker Times Square und im Internet übertragen. Die metereologische Konkurrenz meldete allerdings Zweifel an Phils Seriosität an: In neun von dreizehn Vorhersagen habe das Murmeltier sich geirrt, kritisierte die "National Oceanic and Atmospheric Administration" (NOAA). Just in dem Moment, als Phil aus seinem beheizten Holzhäuschen gelassen wurde, begann es in Punxsutawney zu schneien. Der Vorsitzende des Murmeltierclubs, Cooper, hielt dem wetterfühligen Pelztier ein Mikrofon unter die Nase und übersetzte anschließend die Vorhersage für die 12 000 gespannten Besucher. Sieht das Murmeltier seinen Schatten, kehrt der Winterschläfer laut Überlieferung wieder in sein Nest zurück, um sechs Wochen länger zu ruhen. Vor über einhundert Jahren dienten in Deutschland Igel als Wetterorakel, die an Mariä Lichtmess befragt wurden. Die in dem Hollywoodfilm "Groundhog Day" ("Und täglich grüßt das Murmeltier", 1993) mit den US-Schauspielern Bill Murray und Andie MacDowell verewigte Veranstaltung jährte sich zum 115. Mal.

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