Welt : Abschied in Rot-Weiß-Blau Kronprinz Haakon beendet seinen Deutschlandbesuch

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Hamburg (dpa). Fast fünf Tage hatte Deutschland einen Kronprinzen - zumindest einen geliehenen. Seit Donnerstag 11.15 Uhr ist es erst einmal vorbei mit dem „Haakon-Fieber“: Der Prinz steigt vor dem Hamburger Rathaus in einen schwarzen BMW, die Motorrad-Eskorte setzt sich in Bewegung und Haakon fährt in Richtung Heimat und Mette-Marit.

Noch einmal jubeln ihm die Menschen zu und schwenken rot-weiß-blaue-Fähnchen. Irgendwo auf dem Norwegen-Markt vor dem Rathaus erholt sich derweil eine aufgelöste Tourismusfachfrau von der ganzen Aufregung. Der Kronprinz war an ihrem Stand zu einem Plausch stehen geblieben, danach sieht sie aus, als könnte sie einen Schnaps gebrauchen.

Haakon selbst wirkt locker, aber ein bisschen müde. Bei seiner Rede zur Eröffnung des „NorgeFest“ verhaspelt er sich ein wenig. Doch als er vom Englischen ins Deutsche wechselt, klatschen die Menschen begeistert. Viele Fans sind gekommen, alte Damen mit Fotoapparaten, norwegische Schülerinnen mit roten Rosen in der Hand und Skandinavien-Liebhaber mit Plüsch-Elchen am Rucksack. „Ich habe sowohl einen sehr angenehmen als auch nützlichen Aufenthalt in Deutschland gehabt“, sagt Haakon. Von dem starken Sonnenbrand, den Haakon sich beim Freiluft- Interview mit n-tv zugezogen hatte, ist fast nichts mehr zu sehen, auf der Nase hat er ein paar Sommersprossen. Und Mette-Marit, die wegen ihrer Verbrennungen im Gesicht zu Hause bleiben musste, geht es auch schon viel besser, wie er den unzähligen Journalisten erzählt.

Der Prinz zeigte sich auch in Hamburg wie auf seinen anderen Stationen in Deutschland: Diplomatisch und volksnah zugleich, ein moderner Royal. Fast wurde Haakon empfangen, als sei nicht ein hier zu Lande jahrelang eher unbekannter Kronprinz aus Skandinavien, sondern die Queen zu Besuch.

Dass Haakon bei der Reise gern seine Frau dabei gehabt hätte, sagt er immer wieder. Beim festlichen Bankett in München saß er allein zwischen Edmund und Karin Stoiber und sah ein bisschen aus wie jemand, der in einer fremden Stadt zu Besuch bei Verwandten ist. Und so erlebten die Deutschen diesmal, wie es der norwegische Schriftsteller Jostein Gaarder im „Stern“ formulierte, nur „50 Prozent dieser wunderschönen Liebesgeschichte“. Beim nächsten Besuch soll es anders werden - dann will Haakon seine Mette-Marit mitbringen. Haakons Kommentar zum Mette-Marit-Fieber in Deutschland: „Ich kann das voll verstehen - bei der Frau.“

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