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Abschied von Südafrikas größtem Sohn : Nelson Mandela in seinem Heimatdorf beigesetzt

Zehn Tage nach seinem Tod ist der ehemalige südafrikanische Präsident Nelson Mandela in seinem Heimatdorf Qunu beigesetzt worden. Beim Staatsbegräbnis erwiesen dem Freiheitskämpfer 4500 Gäste die letzte Ehre

4500 Gäste nahmen am Sonntag Abschied von Nelson Mandela.
4500 Gäste nahmen am Sonntag Abschied von Nelson Mandela.Foto: dpa

Nach zehn Tagen der Trauer ist der frühere südafrikanische Präsident Nelson Mandela in seinem Heimatort Qunu beigesetzt worden. An der Beerdigung etwa 700 Kilometer südlich von Johannesburg nahmen am Sonntag 4500 Menschen, darunter Angehörige, führende Politiker und zahlreiche ausländische Gäste wie Prinz Charles aus Großbritannien, der US-Bürgerrechtler Jesse Jackson und die Talkshow-Moderatorin Oprah Winfrey teil. Bei der eigentlichen Beisetzung erwiesen dem Anti-Apartheid-Kämpfer schließlich 450 Trauergäste die letzte Ehre.

"Der Mann, der hier liegt, ist Südafrikas größter Sohn“, sagte Cyril Ramaphosa, der den Afrikanischen Nationalkongress (ANC) als Vize-Präsident vertrat, in seiner Eröffnungsrede. „Wir müssen sein Erbe weiterführen“, appellierte danach Südafrikas Präsident Jacob Zuma. Auch Mandelas früherer Weggefährte und Mithäftling Achmed Kathrada erinnerte an das Vermächtnis des weltweit respektierten Freiheitskämpfers, der im Krankenbett „nur noch ein Schatten seiner selbst“ gewesen sei.

Nelson Mandela ist tot
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Neben mehreren afrikanischen Staatsspitzen wohnten auch Mandelas Witwe Graça Machel und seine frühere Ehefrau Winnie Madikizela-Mandela der Zeremonie bei, ebenso wie der frühere Erzbischof und Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu. Aus dem Ausland weilten unter anderem die französischen Ex-Ministerpräsidenten Lionel Jospin und Alain Juppé in dem weißen Festzelt des Familienanwesens in Qunu, auch Prinz Charles und die Talkshow-Queen Oprah Winfrey waren unter den geladen Gästen.

Der mit der Nationalflagge bedeckte Sarg Mandelas wurde auf Kuhfellen aufgebahrt und von 95 Kerzen beleuchtet - eine für jedes Lebensjahr des Verstorbenen. Mit militärischen Ehren und Salutschüssen war der Leichnam des Friedensnobelpreisträgers in das Festzelt eskortiert worden. Die von christlichen Gesängen begleitete Zeremonie wurde von zahlreichen Fernsehsendern und auf riesigen Bildschirmen übertragen.

Mandelas Leichnam war am Samstag aus Pretoria in sein Heimatdorf am Ostkap gebracht worden. „Er kommt jetzt endlich zur Ruhe - ich kann gar nicht beschreiben, wie sich das anfühlt“, sagte der 31-Jährige Bongai Zibi bei der Ankunft des Sarges in Qunu. „Ein Teil von mir ist traurig, aber ich bin auch glücklich, dass er seinen Frieden gefunden hat.“ In dieser Woche hatten rund 100.000 Menschen am aufgebahrten Sarg des Volksidols Abschied genommen.

Der ehemalige südafrikanische Präsident war am 5. Dezember im Alter von 95 Jahren gestorben. In vielen ländlichen Gebieten Südafrikas ist es üblich, die Toten auf dem Grundstück der Familie zu begraben. Normalerweise werden südafrikanische Staatschefs allerdings auf einem speziellen Friedhof beigesetzt - für Mandela macht die Regierung eine Ausnahme. Mandela soll gegen Mittag auf dem Familien-Grundstück in Qunu neben seinen drei verstorbenen Kindern zur letzten Ruhe gebettet werden. (AFP/dpa/epd)

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