Welt : Abtreibungs-Kampagne: "Schwangere Teenager sollen abtreiben"

Mit einer neuen Kampagne will die britische Regierung schwangere Teenager dazu bewegen, Abtreibungen vornehmen zu lassen. Wie die Zeitung "Sunday Telegraph" am Sonntag berichtete, sollen sich von der Regierung ernannte so genannte "Schwangerschaftsberater" um schwangere Minderjährige kümmern, ihnen entsprechende Informationen geben und sie sogar, wenn notwendig, zu einer Klinik begleiten.

Die Regierung weise darauf hin, dass den Betroffenen natürlich auch Wege gezeigt werden sollen, wie sie ihr Kind zur Welt bringen und adoptieren lassen beziehungsweise selbst erziehen können.

Colin Hart, Direktor des Christlichen Instituts in Großbritannien, kritisierte gegenüber der Zeitung die Kampagne. Er bezweifele, dass die Beratung neutral sein werde. Auch müsse jedes Gespräch über Fragen der Sexualität von moralischen Hinweisen begleitet sein.

Die neue Kampagne trägt den Namen "Sure Start Plus". Damit will die britische Regierung nach eigenen Angaben innerhalb der nächsten zehn Jahre die Zahl der Schwangerschaften bei Minderjährigen halbieren.

Großbritannien hat europaweit eine der höchsten Zahlen von Teenager-Schwangerschaften. 1998 erwarteten über 100 000 Frauen unter 20 Jahren ein Kind, zwei Drittel trugen die Schwangerschaft aus.

Die hohen Zahlen von Teenager-Schwangerschaften in Großbritennien haben in den vergangenen Jahren immer wieder zu Diskussionen geführt. Aufregung verursachten insbesondere zahlreiche Beispiele, bei denen Mädchen unter 14 Jahren schwanger geworden waren.

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