Welt : Achtlinge: Italien bangt um Mailänder Säuglinge

Ganz Italien bangt um das Leben von Achtlingen. Als Erstes erblickte das nur 500 Gramm schwere Frühchen Margherita am Mittwochabend in Mailand das Licht der Welt. 100 Ärzte und Helfer bemühten sich am Donnerstag in der Niguarda-Klinik, die Geburt der anderen sieben Säuglinge so weit wie möglich hinauszuzögern. "Drama in Mailand", titelten die Zeitungen. Das italienische Fernsehen berichtete am Mittag, der Zustand der 31-jährigen Mutter Mariella Mazzara und der winzigen Margherita sei "stabil". "Beide haben die Nacht gut verbracht", sagte ein leitender Arzt. Nun gehe es darum, die anderen drei Mädchen und vier Jungen so lange wie möglich im Mutterleib zu halten.

Die 31-Jährige aus der Nähe von Trapani auf Sizilien hatte sich nach langem vergeblichen Warten auf Nachwuchs einer Hormonbehandlung unterzogen. Die Nachricht von der riskanten Mehrlingsschwangerschaft löste in Italien eine Diskussion über die Grenzen der Medizin aus. Weltweit ist kein Fall von Achtlingen bekannt, bei dem alle Kinder überlebt hätten. Die Zeitung "Corriere della Sera" berichtete, bei dem Frühchen sei eine für die anderen Säuglinge gefährliche Infektion festgestellt worden. Die Infektion sei aber inzwischen "unter Kontrolle". Die ungeborenen drei Mädchen und vier Jungen wiegen lediglich zwischen 470 und 600 Gramm. Die Sizilianerin ist erst in der 25. Schwangerschaftswoche. Eine normale Schwangerschaft endet zwischen der 37. und der 42. Woche.

Ärzte hatten der Hausfrau und ihrem Mann zur "selektiven Abtreibung" geraten, um wenigstens einige der Babys zu retten. Das Paar lehnte ab: "Möge geschehen, was Gottes Wille ist." "Sie ist ein ganz kleines Geschöpf", erklärten die Ärzte nach der Geburt Margheritas. "Ihre Lungen sind nicht ausreichend entwickelt. Die ersten 48 Stunden sind für sie entscheidend." Das Mädchen kam am Mittwoch gegen 19.30 Uhr auf die Welt.

Die Nachricht von der Achtlings-Schwangerschaft stieß in Fachkreisen auf heftige Kritik. "Wer seriös arbeitet in diesem Bereich, wird nie zu mehr als Drillingen kommen", kritisierte Alessandro di Gregorio, Fachmann für künstliche Befruchtung. Der Gynäkologe Severino Antinori sprach von einer "schweren Niederlage für die Fortpflanzungsmedizin". Antinori machte Schlagzeilen, weil er auch Frauen nach der Menopause zu Nachwuchs verhalf.

0 Kommentare

Neuester Kommentar