ADAC-Test : Europas Raststätten sind wenig familienfreundlich

Um Europas Raststätten ist es nicht gut bestellt: Rund jede sechste Autobahn-Rastanlage ist beim diesjährigen ADAC-Test durchgefallen. Vor allem an der Familienfreundlichkeit hapert es. Testsieger ist ein deutscher Autohof, aber auch die rote Laterne hält eine deutsche Anlage.

Rasthof Burghaslach
Test-Sieger: Autohof Burghaslach an der A3 in Bayern. -Foto: dpa

MünchenDie Qualität der Raststätten in Deutschland und anderen europäischen Ländern hat sich laut ADAC-Test verbessert, ist aber noch nicht zufriedenstellend. Fiel 2006 noch jede dritte Anlage beim Raststättentest durch und 2007 noch jede fünfte, so war es in diesem Jahr nur noch etwa jede siebte Raststätte, wie der Automobilclub am Donnerstag mitteilte.

Für Kinder eine Gefahr

Allerdings bemängelten die Tester wieder einmal große Defizite bei der Familienfreundlichkeit und der Fußgängersicherheit. So fehlte in 34 Anlagen ein Spielplatz, auf dem Kinder sich nach langer Fahrt austoben können. Mehr als die Hälfte der Raststätten hatte keine Picknicktische. Nur zwei Anlagen ergatterten ein "Sehr gut". Zwei Drittel fielen in diesem Punkt durch. Am wenigsten kinderfreundlich seien die italienischen und französischen Raststätten und die deutschen Autohöfe.

Defizite beklagte der ADAC auch bei der Verkehrssicherheit. Die Tester vermissten unter anderem deutlich gekennzeichnete Fußgängerwege sowohl vom Parkplatz zum Gebäude als auch entlang der Parkreihen. Ohne solche Fußgängerwege könnten Kinder leicht übersehen werden. Vor allem auf deutschen Autohöfen und italienischen Raststätten sind Fußgänger gefährdet.

Fast drei Viertel der insgesamt 65 getesteten Raststätten und Autohöfe an Hauptferienrouten in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Italien und Frankreich konnten sich verbessern. "Der Trend zum Positiven ist eindeutig feststellbar", erklärte ADAC-Präsident Peter Meyer. Jeweils rund 40 Prozent der Anlagen lagen mit den Noten "Gut" beziehungsweise "Ausreichend" im Mittelfeld. Zehn Raststätten und Autohöfe fielen beim Test durch.

Gewinner und Verlierer

Testsieger wurde der Autohof Burghaslach an der A3 in Bayern. Die Anlage lasse kaum Wünsche offen. Sie sei gepflegt, das Restaurant biete eine große Auswahl, und Kinder kämen im Innen- wie im Außenbereich auf ihre Kosten, lobte der ADAC. Damit hat erstmals in der zehnjährigen Geschichte des ADAC-Raststättentests ein Autohof die Nase vorn.

Mit dem brandenburgischen Autohof Spreenhagen kommt aber auch der Testverlierer aus Deutschland: Die Gäste würden in einem winzigen Bistro abgespeist, im Restaurant sei ein Reifenhändler einquartiert. Einzige Pluspunkte seien die Preise und das Klo, erklärten die Tester. (sgo/dpa/AFP)

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