Welt : Adieu in Angst

Monaco erweist Fürst Rainier III. die letzte Ehre und sorgt sich um Ernst August

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Monaco Die Monegassen nehmen Abschied von ihrem geliebten Fürsten Rainier und sorgen sich dabei um den schwer kranken Ernst August Prinz von Hannover. Ernst August liegt weiter auf der Intensivstation der Klinik „Princessin Gracia“ in Monaco. Während die Einwohner des Fürstentums am Sonntagnachmittag erstmals dem in einer Kapelle aufgebahrten Rainier III. persönlich die letzte Ehre erweisen durften, gingen ihre Gedanken auch an die leidgeprüfte Ehefrau von Ernst August, Prinzessin Caroline. Der Gesundheitszustand des 51-Jährigen hat sich am Wochenende nicht gebessert. Die Lage sei „stabil, aber weiterhin ernst“, hieß es aus dem Umfeld des Prinzen.

Ernst August wird seit Dienstag wegen einer akuten Entzündung der Bauchspeicheldrüse rund um die Uhr medizinisch versorgt. Der Urenkel des letzten deutschen Kaisers „wird in der Klinik bleiben müssen“, hieß es. Seit die Ärzte am Freitag den Zustand von Ernst August als ernst eingestuft hatten, gab es kein neues Bulletin zum Befinden des Chefs des Welfen-Hauses von Hannover. Die Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) kann im Extremfall zu tödlichem Nierenversagen und Kreislaufschocks führen. Zu den Hauptauslösern der Krankheit gehören Alkoholmissbrauch und Erkrankungen der Gallenwege.

Der im Alter von 81 Jahren gestorbene Regent Rainier III. ist bis zum Mittwoch in der barocken Saint-Jean-Baptiste-Kapelle aufgebahrt. Viele Bürger stellten sich am Sonntag trotz eines feinen Sprühregens vor dem Fürstenpalast an, um den Fürsten, der Monaco fast 56 Jahre lang regiert hat, ein letztes Mal zu sehen. Nur die 7700 echten Monegassen unter den 32000 Einwohnern des winzigen Fürstentums an der Côte d’Azur dürfen dem toten Herrscher die letzte Ehre erweisen. Ausnahmen gibt es nur für Diplomaten. Neugierige, die auch einen Blick auf den Leichnam werfen wollen, werden abgewiesen. Sicherheitsschleusen beim Zugang zum Ehrenhof des Grimaldi-Palastes auf dem fürstlichen Felsen über dem Mittelmeer gibt es dabei nicht, „denn wir kennen die Monegassen“, sagte Innenminister Philippe Deslandes.

„Zu Land, zu Wasser und in der Luft“ werde dagegen die Sicherheit für die Trauermessen am Freitag verstärkt, kündigte er an. 1000 monegassische und französische Polizisten und Sicherheitsexperten sollen dafür sorgen, dass die Gäste aus aller Welt ungestört trauern können. Rund um den Palast der Grimaldis und nahe der Kathedrale wurden bereits alle Kanaldeckel zugeschweißt, um Sprengstoff-Attentaten vorzubeugen.

Weil die Kathedrale des Ministaates am Mittelmeer nur 800 Plätze bietet, wird es zwei Messen geben. dpa

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