Welt : Ärger im Kinosaal

Neue Werbung: Schauspieler im Publikum reagieren auf Spots HAMBURG (Tsp).Axel starrt auf die Kino-Leinwand und traut seinen Augen nicht: Dort räkelt sich seine langbeinige blonde Freundin Beate auf dem Sofa und knutscht mit dem Nachbarn, dem smarten Nils.Axel handelt, wie er handeln muß: Empört fährt er aus seinem Sitz hoch und fordert den imaginären Konkurrenten zum Duell.Der nach Angabe der Initiatoren weltweit erste "interaktive Kinowerbespot" soll die Zuschauer aus ihren Sesseln reißen und - möglichst zum spontanen Kauf des jeweils beworbenen Produkts bewegen.In der am Dienstag in Hamburgs Multiplex-Kino Cinemaxx gezeigten Preview sollte der Blick auf bestimmte Kontaktlinsen gelenkt werden. Die Werbebranche steht unter zunehmendem Originalitätsdruck.In einer Welt aus bunten Plakatwäldern und lächelnden Promotion-Girls fällt es schwer, überhaupt noch aufzufallen.Viele Verbraucher schalten bei Werbung auf Durchzug.Im Falle dieses Spots werden Theater und Kino miteinander verbunden.Lebende Schauspieler treten in Dialog mit der Leinwand. Sechs Schauspieler reisen in diesem Auftrag zur Zeit durch die Republik.Bis Ende Dezember wird der Film in zehn deutschen Städten in Multiplex-Kinos direkt vor dem Hauptfilm zu sehen sein.Vom 27.November bis zum 10.Dezember darf das Hamburger Publikum sich daran erfreuen.Dem Auftraggeber des Spots, dem Kontaktlinsen- Hersteller Ciba Vision (Großostheim), ist der ganze Wirbel nach eigenen Angaben immerhin rund 1,5 Millionen Mark wert.Ciba-Vision Marketingleiter Dieter Stüllein: "Wir hoffen auf zündende Impulse." Auch Pettenberg ist zuversichtlich.Die Feuerprobe habe der Spot zudem bereits bestanden: Beim Publikum des Kino-Streifens "Man in black" habe es spontanen Szenenapplaus gegeben.Einige Zuschauer dürften dennoch verärgert gewesen sein.Wenn Schauspieler Alex ob des Seitensprungs seiner Freundin Beate empört den Kinosaal verläßt, wird die gesamte Reihe unsanft aus ihrer Popkorn-Behaglichkeit gerissen.

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