• Ärzte entrüstet über Geburt der Achtlinge Anfänglicher Jubel schlägt in Kritik um

Welt : Ärzte entrüstet über Geburt der Achtlinge Anfänglicher Jubel schlägt in Kritik um

Washington - Der anfängliche Jubel und die Begeisterung über die Geburt von Achtlingen in Kalifornien sind in den USA in Empörung umgeschlagen. Solche Mehrlingsgeburten dürften nie als medizinische Erfolgsstory betrachtet werden, kritisierte der Sprecher der Amerikanischen Gesellschaft für Reproduktionsmedizin (ASRM), Sean Tipton.

Auch Fachärztin Suleena Kansal Kalra von der Universität Pennsylvania nannte es „unverantwortlich“, einer Frau, die „erwiesenermaßen fruchtbar“ sei, derart viele Embryonen einzupflanzen. Die Achtlingsmutter, die schon sechs kleine Kinder hat, ist 33 Jahre alt. Der ASRM zufolge sollten einer Frau dieses Alters höchstens zwei Embryonen auf einmal implantiert werden.

Harish Sehdev, Professor für Gynäkologie und Geburtshilfe am Pennsylvania-Hospital, bezeichnete das Einpflanzen von gleich acht Embryonen bei einer sechsfachen Mutter als „unsensible und ignorante“ Entscheidung. „In einem solchen Fall können wir nur beten, dass es den Babys und der Mutter gut geht, aber wir kriegen ein echtes Problem, wenn die Presse so einen Riesenrummel darum veranstaltet. Dann denken andere Leute, auch sie könnten acht Babys auf einmal bekommen.“ Der Expertenverband ASRM will jetzt prüfen, wie genau die Achtlingsschwangerschaft zustande kam. Wenn die Mutter sich allerdings auf die Vertraulichkeit ihrer Daten berufe und ihrem Arzt verbiete, Details zu nennen, „werden wir es nie wissen“, sagte ASRM-Sprecher Tipton.

Die Achtlingsmutter hat derweil eine PR-Firma angeheuert, die für sie mit Medien und Verlagshäusern Verträge zur Berichterstattung über die Sensationsgeburt aushandeln soll. Schon jetzt sei eine „ganze Flut von Anfragen“ über die 14-fache Mutter hereingebrochen, sagte ein Mitarbeiter des Unternehmens: „Warum sie sich dafür entschied, acht Babys auf einmal zu bekommen, ist etwas, das wir enthüllen werden, wenn wir einen Vertrag organisiert haben“, sagte er. Die junge Frau liege weiter im Krankenhaus, sei aber „bestens gelaunt“.

In diversen Internetforen kritisierten Nutzer sowohl die Mutter als auch die Ärzte, die ihr zur Schwangerschaft verhalfen: „Richtig tolle Mütter bringen nicht mit voller Absicht acht Babys zur Welt, die womöglich für den Rest ihres Lebens entwicklungsgestört sein werden – wenn sie überleben“, hieß es in einem Beitrag auf der Website des Fernsehsenders ABC. Die Ärzte seien „kriminell“, sie sollten nicht mehr praktizieren dürfen und lieber hinter Gitter, hieß es weiter. Gute Mütter brächten auch nicht aus reinem Egoismus weitere Kinder zur Welt, wenn sie für die bereits vorhandenen schon nicht richtig sorgen könnten.

Die Großmutter der Anfang vergangener Woche geborenen sechs Jungen und zwei Mädchen hatte der „Los Angeles Times“ gesagt, 14 Kinder aufzuziehen werde „schwierig“. Nachbarn der Familie berichteten, der Großvater der Kinder werde in den Irak zurückkehren, wo er bereits zuvor arbeitete, um die Familie finanziell zu unterstützen. AFP

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