Afrika : Netze für den Kampf gegen Malaria

Von den Fluten in Afrika ist mittlerweile die ganze Sahelzone betroffen: Hunderttausende Menschen sind auf der Flucht, die Ernte ist zerstört – Afrika steht vor einer humanitären Katastrophe.

Rudolf Seiters

In ein paar Wochen drohen Krankheiten hinzuzukommen: Stehende Wassermassen und Hitze sind Brutstätten für die Anopheles-Mücke. Sie ist verantwortlich für die Übertragung von Malaria.

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) hat bereits eine Trinkwasser-Aufbereitungsanlage in die vom Nil überschwemmte Region im Zentralsudan geschickt. Wir müssen aber auch präventive Hilfe leisten und in den überschwemmten Gebieten Moskitonetze verteilen sowie die Bevölkerung über die tödliche Krankheit Malaria aufklären.

Nur zwei Prozent der Weltbevölkerung glauben, dass Malaria ein dringliches Problem ist. Dabei ist diese Infektion eine der häufigsten Erkrankungs- und Todesursachen weltweit: Jedes Jahr infizieren sich rund 500 Millionen Menschen mit Malaria, bis zu drei Millionen sterben daran. Kinder unter fünf Jahren sind besonders häufig betroffen.

Anfang 2007 hat sich die Europäische Allianz gegen Malaria gegründet. Der Allianz gehören zehn Organisationen aus fünf europäischen Ländern an, in Deutschland hat das DRK die Federführung. Die Allianz hat zum Ziel, dass sich Politiker, Nichtregierungsorganisationen und Medien für eine Welt ohne Malaria einsetzen. Denn die Krankheit kann durch relativ einfache Mittel vermieden, erkannt und behandelt werden.

Deshalb fordert das DRK die Geberländer dazu auf, die kostenlose Verteilung von mit Insektiziden imprägnierten Moskitonetzen zu unterstützen. Zudem muss die Bevölkerung über die Krankheit und die richtige Anwendung der Netze besser aufgeklärt werden. Regelmäßig und sachgemäß angewendet senken die Netze die Sterblichkeitsrate um bis zu 20 Prozent.

Der Autor ist Präsident des Deutschen Roten Kreuzes.

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