Afrika : Uganda: Ratten sollen Landminen suchen

Nach positiven Resultaten in Mosambik sollen Ratten nun auch in Uganda Tretminen aufspüren und somit große Gebiete wieder bewohnbar machen. Die Tiere erschnüffeln die Metallteile der Minen und sind zu leicht, um den Sprengstoff zur Explosion zu bringen.

Ratten
Intelligent, leicht und geruchssicher: Ratten sollen in Uganda Felder und Wege von Minen befreien. -Foto: dpa

KampalaRatten sollen im Norden Ugandas Minen suchen. Der Einsatz der tierischen Helfer wurde auf einem Treffen von Sicherheitsexperten in Kampala erörtert, berichtete die Zeitung "New Vision". In Mosambik wurden bereits positive Erfahrungen mit den gelehrigen Nagern beim Aufspüren von Landminen gemacht. Die Ratten mit ihrem hoch entwickelten Geruchssinn können den Angaben zufolge ein 100 Quadratmeter großes Gelände in 20 Minuten auf verborgene Minen durchsuchen, ihre menschlichen "Kollegen" benötigen zwei Tage. Die Tiere, die zu leicht sind, um eine Mine zur Explosion zu bringen, werden den Angaben zufolge darauf abgerichtet, dem Geruch der Metallteile der verborgenen Minen nachzuspüren.

Im Norden Ugandas, wo die Rebellen der Befreiungsarmee des Herrn (LRA) seit 20 Jahren Bürgerkrieg gegen die Regierungstruppen des ostafrikanischen Landes führen, sind zahlreiche Menschen durch Minen getötet oder verstümmelt worden. Viele der 1,5 Millionen vor dem Bürgerkrieg geflohenen Menschen fürchten eine Rückkehr in ihre Dörfer, weil Felder und Wege vermint sind. Seit drei Jahren räumen die ugandische Regierung und die UN-Entwicklungsagentur UNDP in dem betroffenen Gebiet Minen. Die Ratten sollen die Minenräumung - und die Rückkehr der Bürgerkriegsflüchtlinge - beschleunigen. Eine endgültige Entscheidung über die tierischen Minensucher ist noch nicht gefallen. (jvo/dpa)

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