Aidsbekämpfung : Bono setzt auf Rot

Der irische Rocksänger Bono hat mit namhaften Firmen die Marke RED (Rot) für den Kampf gegen Aids begründet. Mit der Marke soll der private Sektor miteinbezogen werden.

Davos - Unter dem neuen Label, das der Rockstar am Donnerstag beim Weltwirtschaftsforum in Davos vorstellte, sollen Sonnenbrillen von Armani, T-Shirts von Gap und Turnschuhe von Converse auf den Markt gebracht werden. Ein Teil des Verkaufserlöses dieser Produkte soll in den Welt-Aidsfonds fließen, sagte Bono in dem Schweizer Wintersportort.

American Express will von März an eine rote Kreditkarte herausgeben, die aber zunächst nur in Großbritannien erscheint. «Für jedes mit der Karte ausgegebene Pfund werden wir mindestens ein Prozent an den Aidsfonds spenden», sagte John Hayes von American Express. Die vier beteiligten Firmen haben sich für mindestens fünf Jahre als Partner verpflichtet.

Der private Sektor werde durch RED erstmals umfassend in den Kampf gegen Aids einbezogen, sagte Bobby Shriver, Bonos Mitstreiter bei der Hilfsorganisation DATA (Debt, Aids, Trade, Africa). Die Marke werde für die Firmen profitabel sein. Richard Feachem, Direktor des Welt- Aidsfonds, sprach von einem «Wendepunkt im Kampf gegen Aids». Firmen und Privatleute hätten bisher nur in bescheidenem Umfang in den Fonds einbezahlt.

«Hier sind wir, fette Gewinner im Schnee», sagte Bono unter Anspielung auf die 2300 in Davos versammelten Prominenten aus Wirtschaft, Politik und Kultur. Bei jährlich drei Millionen Menschen, die an Aids stürben, fühle er sich aber als Verlierer. «Wir verlieren den Kampf», sagte der irische Rocksänger. Die Welt schenke dem jedoch immer weniger Aufmerksamkeit. Auf die Frage, ob er sich nicht von den Konzernen benutzt fühle, entgegnete der Rockstar: «Ich bin schon vorher benutzt worden, das ist Teil meines Jobs.» Das Risiko nehme er gerne in Kauf, um den Menschen in Afrika zu helfen. (tso/dpa)

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