Air-France-Maschine : Die letzte Suche nach dem Airbus-Wrack

Vor der brasilianischen Atlantikküste startet die dritte Aktion, um die am 1. Juni 2009 abgestürzte Maschine zu finden.

Paris/Rio de Janeiro - Es wird der letzte Versuch sein, das Geheimnis um den Absturz der Air-France-Maschine vor der brasilianischen Atlantikküste abschließend zu klären. Kommende Woche läuft die Suche nach dem Airbus-Wrack und den Flugschreibern mit ihren wichtigen Daten wieder an. Niemand weiß bis heute genau, was sich an Bord des Airbus A330-200 abspielte, der in der Nacht zum 1. Juni 2009 abstürzte und 228 Menschen, darunter 28 Deutsche, mit in den Tod riss. 51 Leichname konnten damals geborgen werden, für 177 Menschen wurde der Atlantik zum Grab.

Bei der nunmehr dritten Suchaktion geht es für Air France und den Flugzeugbauer Airbus um nichts weniger als den guten Ruf. Sie hoffen, dass die Aufklärung des Absturzes sie entlastet. Rund zehn Millionen Euro lassen sich die beiden Konzerne die neue Suche kosten. Die federführenden französischen Flugunfallermittler sind optimistisch. Die Chancen, die Flugschreiber zu finden, seien deutlich besser als 50:50, sagt der Chef des französischen Amts für Unfallanalyse BEA, Jean-Paul Troadec.

Die Zuversicht kommt nicht von ungefähr: Für diese Aktion haben die Ermittler die besten Experten und das modernste Gerät aus der ganzen Welt zusammengezogen. Neben Franzosen sind unter anderem Russen, Briten und Amerikaner beteiligt. Aus Deutschland wird ein Unterwasserfahrzeug des Kieler Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften eingesetzt. Der Tauchroboter „Abyss“ soll zusammen mit zwei baugleichen Geräten aus den USA nach dem Wrack Ausschau halten. Alle drei torpedoähnlichen Systeme können bis zu 6000 Meter tief tauchen. Zur Erkundung von zerklüfteten Zonen haben die beiden Mutterschiffe zudem Spezialroboter an Bord.

Mit aufwendigen Berechnungen konnte das mutmaßliche Absturzgebiet mittlerweile sehr genau eingeengt werden. Die neue Suchzone ist etwa zehn Mal kleiner als die ursprüngliche, die eine gigantische Fläche von mehr als 17 000 Quadratkilometern umfasste. Schwierig wird es dennoch: Auch das neue Suchgebiet liegt noch im Bereich des atlantischen Rückens in Äquator-Nähe. Die Unterwasserlandschaft ist bergig und zerklüftet. Die Höhenunterschiede betragen zum Teil weit über 1000 Meter und die Fundstelle wird in einer Tiefe von bis zu 4000 Metern vermutet. Die Suchaktion ist auf einen Monat angelegt, soll aber bei Bedarf ausgedehnt werden. Bis zum Jahrestag des Absturzes am 1. Juni wollen die Ermittler möglichst Gewissheit über die Absturzursache haben. dpa

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