Welt : "Aktenzeichen XY": ZDF- Sendung führt zu Frauenmörder

Zwei Tage nach dem Raubmord an einer 25-jährigen Frau hat die Heilbronner Polizei den mutmaßlichen Täter gefasst. Spezialeinsatzkräfte überraschten den 36-Jährigen am Samstagmorgen im Schlaf. Nach Angaben der Polizei hatte die ZDF- Sendung "Aktenzeichen XY" am Freitagabend zu dem entscheidenden Tipp geführt. Ein Anrufer meldete sich nach der Sendung bei der Sonderkommission der Polizei in Baden-Württemberg. Ebenfalls gefasst werden konnte nach der Sendung ein lange gesuchter EC-Kartenfälscher und Betrüger in Kappeln (Schleswig-Holstein). Der Mann soll mindestens 70000 Mark ergaunert haben.

Der mutmaßliche Frauenmörder, gegen den Haftbefehl erlassen wurde, legte ein Teilgeständnis ab. Er ist nach eigenen Angaben hoch verschuldet. "Der Täter hatte es ausschließlich auf das Geld seines Opfers abgesehen", sagte die Polizei. Der drogenabhängige Mann war am Donnerstag vermutlich als Anhalter in das Auto seines Opfers gestiegen. Bei der Fahrt in Richtung Heilbronn (Baden-Württemberg) soll er die Frau zum Anhalten gezwungen und erschossen haben. Anschließend hob er mit der Scheckkarte der Frau bei mehreren Bankautomaten Geld ab. Dabei wurde er von einer Überwachungskamera gefilmt. "Aktenzeichen XY" zeigte ein solches Foto, auf dem der Mann schließlich erkannt wurde.

Aus dem Geldbeutel des Opfers hatte der Arbeitslose bereits mehrere hundert Mark Bargeld entwendet und direkt nach der Tat in Drogen umgesetzt. Die Tatwaffe fanden Polizei-Taucher im Neckar. Der 36-Jährige hatte den Beamten die Stelle hinter einem Hotel gezeigt, wo er die Pistole in den Fluss geworfen hatte. Ein anonymer Anrufer hatte die Rettungsleitstelle am Donnerstag auf die Leiche auf einem Waldweg in der Nähe einer Grillhütte aufmerksam gemacht. Auch ein lang gesuchter mutmaßlicher EC-Kartenfälscher und Betrüger ist direkt nach der Folge von "Aktenzeichen XY" am Freitagabend festgenommen worden. Ein Zuschauer hatte ihn erkannt und der Polizei die Adresse des Mannes gegeben, teilte das Landeskriminalamt in Kiel mit. Als der mutmaßliche Täter über den Taxi-Funk einen Fahndungsaufruf der Polizei mitgehört habe, sei er direkt zur Polizeistation nach Kappeln gefahren, um sich selbst zu stellen.

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