Welt : Albert II. – ein Fürst räumt auf

Auf dem Weg zum Thron kommt er mit Moral

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Monaco Wenige Tage vor seiner Thronbesteigung läutet Albert II. eine „Modernisierungs- und Ethikoffensive“ ein, die Monaco erschüttert. Er entlässt die Mitarbeiter des Palastes, erklärt sein Reich zur Verbotszone für Geldwäscher – und will sogar eine richtige Familie gründen. Doch seine frühere Geliebte Nicole Coste setzt Albert unter Druck. Die öffentliche Anerkennung ihres Sohnes Alexandre als Kind Alberts reicht ihr nicht. Die Togolesin hatte das Geheimnis um ihren Sohn gelüftet. Bilder von Albert mit dem Baby gingen durch die Presse. Albert verklagte Zeitschriften wegen Verletzung der Privatsphäre. Gleichzeitig stellte der 47-Jährige Millionenwerte für seinen fast zweijährigen Sohn bereit und gab sein Fürstenwort, für Alexandre zu sorgen. Doch Coste legt nach. Sie will einen eigenen „Status“, um „nicht mehr vom guten Willen des Anwalts des Fürsten abhängig zu sein“. Die absolutistischen Könige Frankreichs hatten ganz offiziell Mätressen, denen sie Schlösser und Geld zukommen ließen. Auch die Kinder aus diesen Verbindungen, die so genannten Bastarde, wurden gut versorgt. Doch so etwas kann Albert seiner Ex-Geliebten kaum zumuten, wenn er sein Fürstentum vom 19. ins 21. Jahrhundert heben will. Eher geht es um eine Finanzregelung. Schon jetzt muss Coste nicht auf Strohmatten nächtigen. Was also will sie? Die Antwort der Togolesin mit französischem Pass: Offenheit und Klarheit. „Ich hatte eine enge katholische Erziehung“, erklärte Coste. „Für mich war es eine Schande, meiner Familie nicht sagen zu können, wer der Vater des Kindes ist.“ Coste bleibt ihrem Rechtsanwalt zufolge wachsam. Denn noch sei „das Problem der Unterhaltszahlung und des Status der Mutter nicht geregelt“. Es geht also doch auch um Geld.

In seine eigene Lebensplanung als Fürst passt Nicole Coste offenbar nicht mehr hinein. „Auch ich werde eine Familie gründen“, versicherte Albert. Dann könnte Monaco auch einen legitimen Thronfolger bekommen. dpa

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