Albino-Kitz : Heimatort von "Rehweißchen" gegen Abschuss

Ein Albino-Reh sorgt im sächsischen Oberlungwitz für Aufregung. Anlass sind Äußerungen des Sächsischen Jagdverbands-Präsidenten über einen Abschuss des Jungtiers.

Oberlungwitz - Er sei gegen eine Tötung des Tieres, sagte der Bürgermeister von Oberlungwitz, Steffen Schuber (parteilos). Viele Menschen in Oberlungwitz dächten wie er. Die Auffassung des Präsidenten des Sächsischen Jagdverbands, Günter Giese, sei eine Einzelmeinung, "die Gott sei Dank niemand teilt". Giese hatte am Mittwoch gesagt, er würde das Tier abschießen, "weil mir das nicht gefallen würde in meinem Revier. Das sieht aus wie eine Ziege".

Schubert betonte, im Unterschied zum Bären Bruno, der in Bayern etliche Tiere angegriffen habe, stelle das weiße Reh keinerlei Gefahr dar. Die genetische Veränderung sei auch keine Krankheit und insofern auch keine Bedrohung für andere Tiere. "Die Natur hat es so gewollt, sie hat es so gemacht und sie wird es auch so verkraften", betonte Schubert. Er fügte hinzu, es würde ihn freuen, wenn mit dem Bekanntwerden des Tiers mehr Interessierte in das sächsische Landschaftsschutzgebiet kämen, in dem das Reh lebt.

Albinos bei Rehen sehr selten

Gieses Äußerung, das schneeweiße Kitz abzuschießen, waren bereits am Mittwoch auf breite Ablehnung gestoßen. Sowohl das Dresdner Umweltministerium als auch Naturschützer und Zoologen sprachen sich gegen die Tötung des Tiers aus, das den Spitznamen "Rehweißchen" erhalten hat. Es lebt in dem Ort am Fuße des Erzgebirges in einem rund 900 Hektar großen Hirschgrund.

Albinos bei Rehen gelten als extrem selten. Zoologen schätzen, dass etwa ein Tier von 100.000 mit einem solchen genetischen Defekt geboren wird. (tso/ddp)

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