Aldingen : Wohnungsbrand: War es versuchter Mord?

Zündelnde Kinder sollen in Gelsenkirchen einen Brand in einem Mehrfamilienhaus entfacht haben, bei dem am Freitagabend acht türkische Bewohner verletzt worden sind. Die Spur führt jetzt allerdings zu einem Deutschen.

Gelsenkirchen/AldingenDer Brand in Aldingen war in der Nacht zum Freitag in dem von zehn Türken und vier Deutschen bewohnten Haus gelegt worden. Die Hausbewohner konnten sich unverletzt in Sicherheit bringen, nachdem ein Schichtarbeiter sie alarmiert hatte. Acht Menschen wurden mit Rauchvergiftungen in Krankenhäuser gebracht. Darunter waren sechs Kinder vom Babyalter bis zu 14 Jahren sowie zwei Erwachsene. Alle wurden schon am Samstag wieder entlassen.

Die Polizei vermutete zunächst, dass Kinder im Keller des von überwiegend Türken bewohnten Mietshauses gespielt hätten und durch Zündeln das Feuer entfachten. Eine Bewohnerin des Hauses hatte nämlich bereits am Donnerstag fünf Kinder aus dem Keller verwiesen. Intensive Ermittlungen der Polizei führten nun jedoch zu einem 53-jährigen deutschen Hausbewohner, der daraufhin verhaftet worden ist. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm versuchten Mord in 13 Fällen sowie schwere Brandstiftung vor. In beiden Fällen schließen die Ermittler einen fremdenfeindlichen Hintergrund allerdings aus.

Sachverständige und die Staatsanwaltschaft sowie Vertreter des türkischen Konsulats hätten sich vom Brandort in Gelsenkirchen ein Bild gemacht, teilte die Polizei am Sonntag mit. Ziel ist es, im Hinblick auf die Brandkatastrophe von Ludwigshafen vor zwei Wochen "alle Zweifel auszuräumen", sagte ein Polizeisprecher. In Ludwigshafen waren bei einem verheerenden Feuer in einem Mehrfamilienhaus neun Menschen türkischer Herkunft gestorben.

Der 53-Jährige Tatverdächtige soll in der Vergangenheit schon mehrere Objekte in Brand gesetzt zu haben, in denen ausschließlich Deutsche wohnten. Er war der Polizei bereits mehrfach durch Zündeleien aufgefallen. Der Mann wird nun psychiatrisch begutachtet. (nal/dpa)

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