Alkoholmissbrauch : Deutscher Schüler stirbt in Türkei nach Trinkgelage

Schulausflug mit tödlichen Folgen: Ein 21-jähriger Deutscher ist in einem Hotelzimmer an der türkischen Mittelmeerküste nach einem Trinkgelage gestorben. Vier weitere Deutsche im Alter von 18 Jahren lägen mit Alkoholvergiftungen im Krankenhaus.

Istanbul Im südtürkischen Urlaubsort Kemer bei Antalya ist ein deutscher Schüler nach einem Trinkgelage mit Freunden an Alkoholvergiftung gestorben. Den Tod des 21-Jährigen bestätigte der Direktor des "Anatolia Beach Hotels", Osman Kafadar, am Freitag. Mindestens vier weitere Schüler aus Schleswig-Holstein wurden am Freitag noch auf der Intensivstation einer Klinik im nahen Antalya behandelt.

Die Deutschen gehörten nach türkischen Angaben zu einer insgesamt elfköpfigen Schülergruppe eines Schulzentrums in Schleswig-Holstein, die zusammen mit ihrem Lehrer am 22. März in dem Hotel in Kemer angekommen waren. Das Alter der Deutschen wurde mit 18 bis 21 Jahren angegeben.

Mit Wodka betrunken

Die jungen Deutschen hatten sich am Donnerstagabend in einem Laden in der Nähe ihres Hotels Wodka gekauft und anschließend in ihrem Zimmer ein Trinkgelage veranstaltet. Als einer von ihnen am späten Abend ins Koma fiel, alarmierten die anderen Deutschen die Hotelleitung. Darauf wurden Ärzte von einem nahen Krankenhaus ins Hotel gerufen, doch bei deren Eintreffen war der 21-Jährige schon tot.

Die türkische Nachrichtenagentur Anadolu zitierte eine türkischstämmige Schülerin aus der Gruppe mit den Worten, ihre Mitschüler hätten seit der Ankunft in Kemer viel Alkohol getrunken. Das "Anatolia Beach Hotel" ist eine All-Inclusive-Anlage, bei der der Ausschank türkischer alkoholischer Getränke im Übernachtungspreis inbegriffen ist. Der Lehrer habe am vergangenen Dienstag ein Alkoholverbot ausgesprochen, sagte die Schülerin laut Anadolu weiter. Die Schüler hätten sich aber nicht daran gehalten und sich außerhalb des Hotels Alkohol besorgt.

Schon bei Ankunft unangenehm aufgefallen

Hoteldirektor Kafadar sagte laut Anadolu, die Schüler aus Deutschland seien schon seit ihrer Ankunft unangenehm aufgefallen. Zu den Ereignissen vom Donnerstagabend gebe es widersprüchliche Angaben; einige Schüler hätten gesagt, der bei dem Trinkgelage gestorbene 21-jährige habe Parfüm getrunken, in anderen Versionen habe es geheißen, es seien Drogen im Spiel gewesen. Er selbst gehe aber von Alkoholmissbrauch aus, auch wenn der Alkoholausschank an die jungen Leute im Hotel verboten worden sei. Offenbar hätten sie sich außerhalb des Hotels Alkohol besorgt. Die Staatsanwaltschaft habe im Zimmer der jungen Leute eine Schnapsflasche beschlagnahmt. (sgo/dpa)

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