Alkoholtest : Belgische Polizisten blasen selbst ins Röhrchen

Belgien entwickelt sich immer mehr zum Paradies für Verkehrssünder. Die Zahl der Kontrollen nimmt ab. Nun praktizieren Polizisten immer häufiger Alkoholtests an Kollegen. Das hat aber nichts mit beschwipsten Beamten zu tun.

Alkoholkontorlle
Die Polizei testet sich selbst auf Alkohol. -Foto: ddp

Brüssel Belgische Polizisten pusten immer häufiger selbst ins Röhrchen ihrer Alkoholtestgeräte, so die belgische Gewerkschaft. Nur so können sie angesichts des Personalmangels die geforderte Zahl der Kontrollen erfüllen, sagt der liberale Gewerkschaftsvorsitzende Jan Schonkeren nach Medienberichten. Die Kollegen schafften ihre Arbeit nicht mehr: "Am Wochenende wird nicht mehr geblitzt, und der Schwerverkehr wird nicht mehr kontrolliert. Wir nehmen nur noch Unfälle auf."

Die lokale und föderale Polizei habe etwa 1300 bis 1500 Beschäftigte zu wenig, räumt der Chef der Bundespolizei, Fernand Koekelberg, ein. Die Klagen der Gewerkschaft sind verständlich. Die Polizisten halten sich nach Darstellung von Gewerkschaftschef Schonkeren wegen des Personalmangels nicht mehr an die Vorschriften: "An der Wiegestation wird die Müllabfuhr gebeten, mehrfach über die Waage zu fahren", sagt Schonkeren und fügte hinzu: "Polizisten blasen selbst ein paar Mal, um die Zahl der Alkoholkontrollen zu erreichen." Zum Ergebnis dieser Tests will er sich nicht äußern. (ae/dpa)

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