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Paul McCartney muss Heather Mills 24,3 Millionen Pfund bezahlen

London - Nach zwei Jahren eines dramatischen Rosenkriegs ist Paul McCartneys Scheidung von dem Ex-Model Heather Mills am Montag besiegelt worden: 24,3 Millionen Pfund – das sind rund 32 Millionen Euro – muss der Mitbegründer der Beatles, der als einer der reichsten Popmusiker der Welt gilt, an seine Ex-Frau zahlen. Das legte Familienrichter Hugh Bennett vom Obersten Gericht Englands in London fest.

Mit dem Urteil, gegen das beide Seiten noch Berufung einlegen können, blieb der Richter sehr deutlich unter den ursprünglich von Mills geforderten 125 Millionen Pfund. Andererseits liegt es aber um rund zehn Millionen Pfund über den zunächst von McCartney angebotenen 15,8 Millionen Pfund. Mills (40) erklärte nach der mehrstündigen Verhandlung: „Ich bin sehr glücklich mit dieser Entscheidung.“

Sie äußerte sich in Begleitung ihrer Schwester sichtlich aufgekratzt und voller Stolz: Sie habe „mit der Macht einer Einzelnen“ gewonnen. Jeder anderen Frau in ihrer Lage könne sie nur raten, auf teure Anwälte zu verzichten und ihre Interessen selbst zu verfechten. Mills hatte dem renommierten Anwaltsbüro Mishcon de Reya, das schon Prinzessin Diana bei der Scheidung von Prinz Charles vertreten hatte, im Streit das Mandat entzogen. „Dadurch habe ich 600 000 Pfund gespart“, sagte sie. „Das Geld kann ich gut in Hilfsprojekte stecken.“ Überhaupt wolle sie einen Teil ihrer Abfindung für verschiedene wohltätige Zwecke ausgeben. Mills, die vor der Ehe bei einem Unfall einen Unterschenkel verloren hatte, engagiert sich für Projekte gegen den Einsatz von Landminen in verschiedenen Kriegen der Dritten Welt sowie gegen das Robbenschlachten in Kanada.

Während McCartney nicht bereit war, mit Reportern zu sprechen, kündigte Mills an, die Veröffentlichung des gesamten Urteils verhindern zu wollen. Der Richter setzte dies aus, bis über einen entsprechenden Antrag entschieden ist. Sie wolle verhindern, dass noch weitere Regelungen für den Unterhalt der gemeinsamen vierjährigen Tochter Beatrice „breitgetreten werden“. Für sie muss McCartney künftig pro Jahr mindestens 35 000 Pfund zahlen. Zudem soll er die Kosten für ein Kindermädchen und für die Schulbildung tragen. Über Einzelheiten ihrer Ehe sowie der dazu in dem Verfahren gemachten Angaben haben beide Seiten nach der Festlegung des Gerichtes Stillschweigen zu bewahren. Das könnte McCartney davor bewahren, dass Mills ihre frühere Drohung wahr macht, „unappetitliche“ Details der Ehe auszuplaudern. Zweifel kamen bei der Urteilsbegründung durch Richter Bennett an den tatsächlichen Vermögensverhältnissen von McCartney auf. Bisher wurden sie in Fachkreisen mit schätzungsweise 800 bis 850 Millionen Pfund (1,1 Milliarden Euro) angegeben. Der Richter sagte, ihm seien für eine derartig hohe Summe „keine Beweise“ vorgelegt worden. Er sei von Gesamtvermögenswerten McCartneys in Höhe von rund 400 Millionen Pfund ausgegangen. Die Verpflichtungen McCartneys gegenüber Mills belaufen sich im Einzelnen auf eine Abschlagszahlung von 16,5 Millionen Pfund. Hinzu kommt, dass sie Vermögenswerte aus der gemeinsamen Ehe in Höhe von 7,8 Millionen Pfund behalten darf, so dass die Abfindung für die Ehejahre von 2002 bis zur Trennung im Mai 2006 sich insgesamt auf 24,3 Millionen Pfund (rund 32 Millionen Euro) beläuft.

Für Sir Paul sind das „Peanuts“. Vielmehr als das leichte Abrutschen seines Kontostandes dürfte den 65-jährigen Superstar bedrücken, dass seine Ehe mit dem 25 Jahre jüngeren Ex-Model begleitet von öffentlichen Schmutzkampagnen zu Bruch gegangen ist.

Obendrein fand die letzte Runde des Rosenkrieges nur wenige Wochen vor dem zehnten Todestag von Linda McCartney statt, seiner ersten Frau und größten Liebe, die am 17. April 1998 an Brustkrebs starb.

Dabei hatte zunächst alles hoffnungsvoll ausgesehen. Als Sir Paul 2002 wieder heiratete, wünschten ihm Fans überall in der Welt, dass er nun wirklich die Trauer um Linda überwinden und erneut ein glückliches und harmonisches Eheleben führen könnte.

War Heather nicht die ideale Nachfolgerin für die Frau, die Jahrzehnte an der Seite Pauls stand? Sah sie Linda nicht recht ähnlich? War sie nicht ebenso sozial engagiert, ebenso liebevoll und bereit, alle Macken des Beatles-Mitbegründers geduldig und lächelnd zu ertragen? Alle diese Hoffnungen lösten sich in Luft auf.

Über den Beatles-Song „Can’t Buy Me Love“ hatten Reporter 1966 McCartney gefragt, ob das ein Song über die Prostitution sei. Diese Interpretation gehe ein wenig zu weit, antwortete Paul damals. „Die Idee hinter dem Song ist, dass all diese materiellen Besitztümer ja gut und schön sind, aber ich mir damit nicht das kaufen kann, was ich wirklich möchte.“ dpa/AP

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