Welt : Alle haben ihren Preis

Viel Ehr und Routine bei der Bambi-Verleihung in Stuttgart – nur Harald Schmidt auf ungewohnter Bühne

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Demnächst unterwegs im ZDF-„Traumschiff“, am Donnerstagabend konnte sich Late-Night-Talker Harald Schmidt vor einem Millionen-Fernsehpublikum schon mal auf ungewöhnlicheren Bühnen erproben: in Stuttgart als Moderator bei der Bambi-Verleihung, dem Schaulaufen der Stars und Sternchen, wie es in der Branche immer so schön heißt.

An Schmidts Seite: Nachwuchsmoderatorin und Model Eva Padberg. Gänzlich unvorbereitet waren beide nicht. Schon vor der Gala im Ersten hatte der veranstaltende Burda-Verlag die meisten der 17 Preisträger bekannt gegeben. Darunter waren Königin Silvia von Schweden, die für ihr außergewöhnliches Engagement für benachteiligte Kinder ausgezeichnet wurde, die Schauspieler Nadja Tiller und Walter Giller (Lebenswerk), Mario Adorf (Kultur), die Band Scissor Sisters (Shooting Star), Roberto Cavalli (Mode), die Opernsängerin Anna Netrebko (Klassik), die Band Juli, Jens Lehmann und Oliver Kahn für ihren „Teamgeist“ während der Fußball-Weltmeisterschaft, Sönke Wortmann für seinen Dokumentarfilm „Deutschland. Ein Sommermärchen“, Samuel L. Jackson sowie Bernd Eichinger, Tom Tykwer und der Schauspieler Ben Whishaw für den Kinohit „Das Parfüm“.

Viel Preis, viel Ehr. Viel Routine und Danksagung auch. Bewegendste Momente der Veranstaltung waren die Ehrungen für den schwerkranken Jörg Immendorff in der Kategorie Kunst sowie – für ihr Engagement während der Fußball-WM – an Igor Wetzel, Stefanie Dörrer und den blinden Kevin Barth, ein 13-Jähriger, der für Taub-Blinde Berichte von der Weltmeisterschaft verfasst hatte.

Überraschungssieger des Abends waren der Film „Margarete Steiff“ und als beste Schauspieler eine sichtlich aufgeregte Heike Makatsch, die sich mit dem Reh in die Babypause verabschiedete und Sebastian Koch („Das Leben der Anderen“). Koch nannte endlich auch mal den großen Autohersteller beim Namen, in dessen Stuttgarter Hallen die 58. Bambi-Verleihung vor rund 1000 Gästen stattfand.

Die schönste Nachricht des Abends: Bereits am Mittwoch waren zahlreiche Prominente zu einer Benefizgala gekommen, um über 400 000 Euro für die Integration von Kindern aus anderen Kulturen zu spenden. Das schönste Bild: Victoria Beckham, die vorab mitteilen ließ, dass sie nicht fotografiert werden dürfe. Der schönste Satz kam von Karl Lagerfeld, er war an Harald Schmidt gerichtet, hinter der Bühne: „Sie wirken so, als ob sie gar nicht dazu gehören.“ Hoffentlich hat das ARD-Programmdirektor Günter Struve gehört. Der soll mit Harald Schmidt im Ersten noch Großes vor haben.

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