Alpen : Zwei Tote bei Extrem-Berglauf auf Zugspitze

Dramatisches Ende eines Extrem-Berglaufes auf die Zugspitze: Bei dem Rennen knapp unter den Gipfel des 2962 Meter hohen Berges sind am Sonntag nach einem Wettersturz zwei Menschen an Erschöpfung gestorben.

Paul Winterer[dpa]

Garmisch-Partenkirchen/WeilheimDie Identität der Menschen, die bei dem Zugspitz-Berglauf umkamen, war zunächst nicht gesichert. Nach Polizeiangaben handelt es sich um einen Franzosen und höchstwahrscheinlich um einen Deutschen. Das Bayerische Rote Kreuz (BRK) sprach hingegen von einer toten Frau und einem toten Mann. Sechs Läufer kamen mit schweren Unterkühlungen und völlig erschöpft ins Klinikum Garmisch-Partenkirchen.

An der alljährlichen Extrem-Sportveranstaltung nahmen mehrere hundert Läufer teil. Die Distanz des Berglaufes auf Deutschlands höchsten Gipfel beträgt 16,1 Kilometer bei 2100 Metern Höhenunterschied. Die Sportler waren gegen 9.00 Uhr im österreichischen Ehrwald bereits bei Regen gestartet. Bei zunehmender Höhe gingen die Niederschläge allmählich in Schnee über. Hinzukam ein eisiger Wind. Streckenweise liefen die Teilnehmer in kurzen Hosen und T-Shirts durch zehn Zentimeter Neuschnee. "Nach wenigen Minuten war alles weiß", schilderte ein Bergwacht-Mitglied den Wetterumsturz.

Für viele der Extremsportler wurde die Anstrengung zu groß: Sie brachen nach Angaben des BRK erschöpft zusammen. Von mehreren Hütten wurden die Rettungskräfte alarmiert. Nahe der Knorrhütte in 2051 Metern Höhe wurde vergeblich versucht, zwei der Sportler zu reanimieren. Sie starben an Erschöpfung und Unterkühlung. In den Berghütten spielten sich nach Berichten von Augenzeugen dramatische Szenen ab. Zahlreiche Läufer mussten reanimiert werden. Andere waren stark unterkühlt.

Rettungskräfte: Schlechtes Wetter hätte Absage erfordert

Der Großeinsatz der Rettungskräfte wurde von dem schlechten Wetter erschwert. Von vier angeforderten Hubschraubern konnten sich nur zwei einen Weg durch die dichten Wolken auf die Zugspitze bahnen und die Verletzten ins Tal fliegen. Insgesamt waren 80 Helfer von BRK und Bergwacht im Einsatz. Die Sicherheitskräfte nannten es leichtsinnig, bei derart schlechtem Wetter das Rennen nicht abzusagen.

Der Streckenrekord für den Extrem-Berglauf liegt nach Veranstalterangaben bei zwei Stunden und drei Minuten. Normale Bergsteiger brauchen bis zu neun Stunden. Die Veranstalter machten am Sonntag sogar selbst auf das schlechte Wetter aufmerksam. Sie sprachen im Internet von Gewitterneigung und Schneeschauern, auch Böen wurden angekündigt. Dies hinderte aber offensichtlich die Teilnehmer nicht am Start. Vielleicht reizte sie der Hinweis des Veranstalters: "Gerade aufgrund dieser unvergleichlichen Besonderheiten des Laufes in einer traumhaften Bergwelt wird jeder, der eines der Ziele erreicht, ein Sieger sein."

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