Welt : Als Feuer vom Himmel fiel

Über Deutschland ist ein großer Meteorit verglüht

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Mannheim/Mainz (dpa). Grelle Blitze, ein mächtiger grünlichbläulicher Neonstrahl und ein donnerähnliches Grollen sorgten am Mittwochmorgen bei Frühaufstehern und Pendlern über dem Rhein-Main-Gebiet bis ins Saarland für Aufregung. Von „Superblitzen“, einem „mächtigen Ufo“ und einem Knall berichteten aufgeschreckte Anrufer beim Mannheimer „Ufo-Telefon“ und der Mainzer Polizei. Entwarnung kam jedoch schnell von der Europäischen Weltraumorganisation Esa in Darmstadt: Ein verglühender Meteorit hatte für das morgendliche Spektakel gesorgt. In vermutlich 60 bis 100 Kilometern Höhe soll sich das Schauspiel abgespielt haben, erklärte Prof. Walter Flury von der Esa. Zwischen zehn Zentimetern und einem halben Meter war der Meteorit nach Einschätzung des Wissenschaftlers groß.

Beim Eintritt in die Atmosphäre sei es dann zu einem donnerähnlichen Grollen gekommen. „In der Regel verbrennt der Meteorit in sehr größer Höhe. Sehr selten kommt dabei etwas unten an.“ Eine Gefahr für die Menschen habe daher so gut wie nicht bestanden. Der jüngste größere Fund stammt Flury zufolge aus dem Jahr 2002. In der Nähe des Schlosses Neuschwanstein war damals ein 1,75 Kliogramm schwerer Himmelskörper aufgeschlagen. Der „Meteor von Bayern“ war als außergewöhnlich helle Erscheinung Anfang April gesichtet worden.

Roter Kern, weißer Schweif

„Es kommt so viel vom Himmel herunter. Da ist das heute eigentlich auch nichts Besonderes“, erklärte der Wissenschaftler. Der Schrecken über die ungewöhnlichen, nur wenige Sekunden dauernden Himmelsphänomene fuhr den Menschen im Raum Luxemburg, Saarland, Südhessen und Nordwürttemberg jedoch offensichtlich in die Knochen. „Die ersten Anrufer haben mich schon um halb sieben aus dem Bett geklingelt“, berichtete Werner Walter von der bundesweiten „Ufo-Meldestelle“ in Mannheim. „Ich bin gar nicht zum Frühstücken gekommen.“ Von einem Superblitz, einem grellen Feuerball mit rotem Kern und langem weißen Schweif und einem mächtigen Ufo hätten die aufgeregten Anrufer berichtet, erzählte Walter.

„Einige Leute glaubten das Objekt nur knapp über den Wolken auszumachen, es erschien ihnen sehr niedrig.“ Sie hätten den ganz großen Bruder der gewöhnlichen Sternschnuppe gesehen.

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