• "American Beauty" auch in England mit Preisen überschüttet - Wenders und Tykwer gehen leer aus

Welt : "American Beauty" auch in England mit Preisen überschüttet - Wenders und Tykwer gehen leer aus

Nach fünf Oscars hat die Filmsatire "American Beauty" nun auch sechs britische Filmpreise bekommen. Allerdings ging der Regisseur des Erfolgsfilms, der britische Regisseur Sam Mendes (34), bei der Bafta-Verleihung am Sonntagabend in London überraschend leer aus.

Er musste die Trophäe für die beste Regie dem Spanier Pedro Almodovar für "Alles über meine Mutter" überlassen. Die Bafta-Verleihung gilt nach dem Oscar als eine der begehrtesten Preisvergaben der Welt.

Michael Caine verbittert

"American Beauty" blieb dennoch die meistprämierte Produktion. Die Geschichte eines unzufriedenen Mittelstandsamerikaners, der ein radikal neues Leben beginnt, wurde zum besten Film des Jahres gekürt.

Annette Bening und Kevin Spacey erhielten die Preise als beste Schauspielerin und bester Schauspieler. Damit wurden dieselben ausgezeichnet, die in diesen Kategorien bereits die Oscars bekommen hatten. Auch in den Kategorien Kinematografie, Musik und Schnitt gewann "American Beauty". Ein Großaufgebot an Stars kam zu der Verleihung. Viele gaben am Rande Autogramme an begeisterte Fans.

Bei Ausstattung und Kostümen war hingegen der Horrorstreifen "Sleepy Hollow" erfolgreich, während "The Matrix" erwartungsgemäß die Bafta-Preise für Ton und Spezialeffekte erhielt.

Charlie Kaufman wurde für das Drehbuch von "Being John Malkovich" ausgezeichnet. Aufsehen erregte Michael Caine, der für seine Lebensleistung geehrt wurde.

Der aus einer Londoner Arbeiterfamilie stammende Schauspieler äußerte sich verbittert: "Ich habe mich meinem Land nie zugehörig gefühlt. Es ist ziemlich kalt gewesen da draußen. Vielleicht fühle ich mich in meinem eigenen Land künftig etwas willkommener."In der Kategorie der nicht-englischsprachigen Filme wurden weder "Buena Vista Social Club" (Wim Wenders) noch "Lola rennt" (Tom Tykwer) prämiert. Der Preis ging stattdessen an Pedro Almodovar ("Alles über meine Mutter").

Ein Geheimtipp unter Cineasten, "East is East", über das Leben von pakistanischen Einwanderern im Londoner Osten, wurde bester britischer Film. Die Regisseurin Leslee Udwin berichtete, sie habe große Schwierigkeiten gehabt, eine Produktionsgesellschaft zu finden. Manche Ablehnung sei "am Rande des Rassismus" gewesen, sagte sie. Der für nur 2,5 Millionen Pfund (acht Millionen Mark) produzierte Film hat inzwischen 14 Millionen Pfund (45 Millionen Mark) eingespielt. Der Publikumspreis, über den 70 000 Kinogänger abstimmten, ging allerdings an die Filmkomödie "Notting Hill" mit Hugh Grant.

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