Amerikagrippe : Forscher entschlüsseln Virusgenom

Kanadische Wissenschaftler haben das Erbgut des H1N1-Virus dekodiert - nach Einschätzung von Fachleuten ein Durchbruch für die weitere Erforschung des Erregers. Das Stammland Mexiko hat unterdessen seine Sicherheitsbestimmungen zurückgefahren.

Ottawa/Mexiko-StadtDer Erreger der sogenannten Schweinegrippe ist durchleuchtet. Mit der Entschlüsselung des Gencodes sei die Erforschung des H1N1-Virus einen entscheidenden Schritt vorangekommen, sagte die kanadische Gesundheitsministerin Leona Aglukkaq. Die Forscher des staatlichen Labors für Mikrobiologie hatten drei Virenproben aus Mexiko und Kanada untersucht.

"Unsere vorläufigen Analysen deuten nicht darauf hin, dass sich das Virus in Mexiko signifikant von dem in Kanada unterscheidet", erläuterte Laborchef Frank Plummer. "Das bringt unser Verständnis, wie das Virus arbeitet, einen großen Schritt weiter." Kanada will die Ergebnisse in eine öffentliche Datenbank der US-Gesundheitsinstitute einspeisen und so Forschern weltweit zur Verfügung stellen.

Öffentliches Leben in Mexiko kehrt zur Normalität zurück

Unterdessen senkten die mexikanischen Gesundheitsbehörden die Alarmstufe. Dies erlaube eine weitgehende Rückkehr zur Normalität, teilte das Epidemiologische Institut in Mexiko-Stadt gestern mit. Restaurants, Clubs oder Sportstadien können somit wieder den Betreib aufnehmen, allerdings unter der Auflage, nur halb so viele Menschen einzulassen wie sonst. Ab heute soll an Oberschulen und Universitäten wieder unterrichtet werden.
 
Mexikanische Unternehmer dürften nach der Maßnahme aufatmen: Die Handelskammer in Mexiko-Stadt hat errechnet, dass die Wirtschaft der Metropole seit Beginn der Epidemie täglich Einbußen in Höhe von 50 Millionen Dollar hinnehmen musste.

EU-Seuchenzentrum: Zahl der Infektionen auf über 2200 gestiegen

Mit 1112 bestätigten Fällen steht das Stammland der neuartigen Grippe weiter an der Spitze der globalen Statististik. Wie das EU-Zentrum für Seuchenbekämpfung (ECDC) mitteilte, stieg die Zahl der nachgewiesenen Erkrankungen weltweit auf 2217. In den 13 betroffenen Ländern Europas betrug die Gesamtzahl der Kranken 142. Mit bisher 81 Erkrankungen ist hier Spanien am stärksten betroffen. In Deutschland wurden bislang zehn Fälle bekannt. Schweden und Polen meldeten die ersten Infektionen. (rf/dpa)

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