Welt : Amerikanische Jugendliche gestehen die Tat

US-Verteidigungsminister zeigt sich schockiert

Darmstadt (AP) Die Steinewerfer von Darmstadt, die am Sonntagabend zwei Autofahrerinnen getötet und fünf weitere Menschen zum Teil schwer verletzt hatten, sind gefasst. Drei amerikanische Schüler im Alter von 14, 17 und 18 Jahren haben gestanden, insgesamt zehn Wackersteine von einer Brücke auf die Bundesstraße 3 geworfen zu haben, wie die Polizei am Dienstag mitteilte. Die Staatsanwaltschaft beantragte Haftbefehl wegen Mordes und Mordversuchs. Der US-amerikanische Verteidigungsminister William S. Cohen äußerte sich schockiert und traurig über den Vorfall.

Nach eigenen Angaben haben die Jugendlichen bereits zuvor mehrfach Steine auf Autos geworfen. Dies sei in der kleinen Gruppe seit vier bis sechs Wochen "Tradition" gewesen. Das genaue Motiv ist aber noch unklar, wie Soko-Leiter Gottfried Störmer erklärte. Der vierte Jugendliche, ein 15-Jähriger, der zunächst auch festgenommen worden war, war nach den Erkenntnissen nicht unmittelbar an dem Verbrechen beteiligt, jedoch Mitwisser. Er wurde freigelassen.

Die Jugendlichen werden sich vor einem deutschen Gericht verantworten müssen, wie Oberstaatsanwalt Georg Balß erklärte. Nach dem Jugendstrafrecht droht eine Höchststrafe von zehn Jahren. Nach dem Nato-Truppenstatut unterliegen die Angehörigen von amerikanischen Soldaten deutschem Recht. Die amerikanischen Streitkräfte helfen jedoch bei der Aufklärung, wie Jim Boyle vom Europäischen Hauptquartier der US-Armee in Heidelberg sagte.

Nach den Erkenntnissen der Polizei waren die insgesamt vier Jugendlichen am Sonntagnachmittag zusammen unter anderem im Bowling-Center unterwegs. Gegen 20 Uhr 45 kamen sie in die Nähe der Brücke, wo sich der 15-Jährige von ihnen trennte. Zunächst warfen sie im Stehen Kieselsteine über die 2,30 Meter hohen Plexiglasscheiben, die ein Herabwerfen von Gegenständen auf die Fahrbahn verhindern sollten. Dann holten sie die handballgroßen Wackersteine von einer nahe gelegenen Baustelle. Diese warfen sie zunächst vom Boden, dann vom Brückengeländer aus.

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