Amok-Drohung : Polizei räumt zwei Gymnasien

Wegen einer vermeintlichen Amoklauf-Drohung sind am Donnerstagmorgen zwei Gymnasien im sächsischen Pirna geräumt worden. Auslöser waren Äußerungen eines 13-jährigen Schülers, von denen die Polizei kurz vor Unterrichtsbeginn Kenntnis erhalten hatte.

Pirna - Der Achtklässler hatte - offenbar vor Mitschülern - gesagt: "Ich bin so weit, dass ich Amok laufen kann." Dies sei aus Frust geschehen, weil er von Mitschülern gemobbt wurde. Bei der späteren Vernehmung des Achtklässlers habe sich jedoch herausgestellt, dass er dies nicht ernst gemeint habe. Die Polizei hatte am Morgen insgesamt 860 Schüler und Lehrer nach Hause geschickt.

Man habe zunächst nicht einschätzen können, wie ernst die Drohung des Achtklässlers vom Friedrich-Schiller-Gymnasium zu nehmen und für welchen Tag die Tat geplant sei, sagte ein Polizeisprecher. Auch mit Blick auf zurückliegende Ereignisse an deutschen Schulen sei das Rainer-Fetscher-Gymnasium, wo die Klassenstufe des 13-jähriges derzeit Unterricht hat, geräumt worden.

Auch das benachbarte Schiller-Gymnasium wurde evakuiert. Es habe nicht ausgeschlossen werden können, dass sich die vermeintliche Amoklauf-Drohung auf dieses Gebäude beziehe, führte die Polizei zur Begründung an. Der Einsatz, an dem zwischen 50 und 100 Beamte beteiligt waren, wurde gegen 9:10 Uhr beendet.

In Polizeigewahrsam

Bereits eine Stunde zuvor wurde der 13-Jährige, der am Donnerstagmorgen nicht zum Unterricht erschienen war, von der Polizei in Gewahrsam genommen. Die Beamten trafen den Jungen zu Hause an, wo auch sein Vater war. Dass der Schüler nicht wie sonst in die Schule gegangen war, war von der Polizei als Indiz dafür gewertet worden, dass der Amoklauf möglicherweise kurz bevorstand.

Am Freitag soll der Unterricht an beiden Gymnasien wieder aufgenommen werden, sofern darauf nicht wegen der auch für Sachsen angekündigten schweren Sturm- und Orkanböen verzichtet werde, kündigte eine Sprecherin der Sächsischen Bildungsagentur an. (tso/ddp)

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