Amoklauf in Kalifornien : Mann tötet fünf Menschen - Motiv unklar

Es begann als Familientragödie und endete als tödlicher Amoklauf: In Kalifornien hat ein Mann erst Vater und Bruder sowie dann drei weitere Menschen erschossen. Am Ende eines großen Polizeieinsatzes war auch der Täter tot. Das Motiv blieb rätselhaft.

Polizisten kontrollieren das Gelände an einer Universität in Santa Monica .
Polizisten kontrollieren das Gelände an einer Universität in Santa Monica .Foto: AFP

Los Angeles - Ein Amokläufer hat im kalifornischen Santa Monica fünf Menschen getötet und mehrere weitere verletzt. Laut Polizei erschossen Einsatzkräfte den ganz in schwarz gekleideten Täter am Freitag in der Bibliothek seiner früheren Universität. Zum Zeitpunkt des Amoklaufs befand sich auch US-Präsident Barack Obama in der nahe Los Angeles gelegenen Stadt.

Der 23-jährige Täter habe eine schusssichere Weste getragen, mehrere Waffen bei sich gehabt und etwa 1300 Schuss Munition, sagte Polizeichefin Jaqueline Seabrooks am Samstag. Der Amokläufer habe „eine Tasche voll geladener Magazine“ getragen. Während er am Freitag durch die Straßen von Santa Monica an der US-Pazifikküste zog, habe er mit einer Handfeuerwaffe und einem halbautomatischen Sturmgewehr um sich gefeuert.

Nach Polizeiangaben begann der Amoklauf in einem Haus in Santa Monica, das anschließend ausbrannte. In dem Haus wurden die Leichen von zwei Männern gefunden. Bei ihnen handelte es sich nach Angaben der Behörden um den Vater und den Bruder des Täters. Der junge Mann beging den Amoklauf einen Tag vor seinem 24. Geburtstag.

Eine Augenzeugin schilderte, wie der Täter nach der Tötung von Vater und Bruder aus dem Haus kam. „Da stand ein Mann auf der Straße vor meinem Haus, in voller Kampfmontur, mit einem Munitionsgürtel und einer halbautomatischen Sturmwaffe“, sagte Gerry Cunningham dem Fernsehsender KTLA 5. Er sei mit gezogener Waffe zu einer Kreuzung gegangen. Als eine Autofahrerin nicht sofort seinem Befehl gefolgt sei, an ihm vorbeizufahren, „schoss er drei- oder viermal aus nächster Nähe auf sie“.

Der Täter habe ein Auto gekapert und kurze Zeit später auf einen Bus und weitere Fahrzeuge geschossen, teilte die Polizei mit. Dann sei er zum Santa Monica College gefahren, an dem er früher studiert habe. Dort habe er sich mit einem Sturmgewehr den Weg zum Campus freigeschossen. Dabei starben zunächst zwei weitere Menschen. Eine 26-jährige Frau erlag nach Angaben des Senders CNN zudem am Sonntag ihren Verletzungen.

Polizisten erschossen den Täter schließlich auf dem College-Gelände. Studenten berichteten der „Los Angeles Times“, dass sie sich in Todesangst in einem Hörsaal versteckten, das Licht ausmachten und auf den Boden legten, als sie von den Schüssen hörten. Einsatzteams waren später viele Stunden lang damit beschäftigt, das College zu räumen.

Präsident Obama nahm zur Tatzeit an einer Spendenveranstaltung seiner Demokratischen Partei in der Küstenstadt teil. Er war allerdings nach Polizeiangaben mehrere Kilometer von den Tatorten entfernt. Obama drängt seit geraumer Zeit auf eine Verschärfung des US-Waffenrechtes. In den USA gibt es immer wieder blutige Amokläufe, die regelmäßig Debatten über strengere Waffengesetze auslösen. Eine Verschärfung der Regeln zum Kauf von Waffen kam bisher aber nicht zustande. AFP

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