Amoklauf in Winnenden : Ermittlungen gegen Vater von Tim K.

Gegen den Vater des Amokläufers Tim K. wird wegen fahrlässiger Tötung ermittelt, weil er die Tatwaffe vorschriftswidrig im Schlafzimmer aufbewahrte. Laut einem Medienbericht soll er seinem Sohn bereits im Alter von zehn Jahren das Schießen beigebracht haben.

Julia Spurzem,Diana Wild[ddp]

WinnendenNach dem Amoklauf von Winnenden ist gegen den Vater des 17-jährigen Täters ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Tötung eingeleitet worden. Dies teilte eine Polizeisprecherin in Waiblingen am Montag mit. Der Vater hatte 4600 Schuss Munition zu Hause gelagert und die großkalibrige Tatwaffe vorschriftswidrig im Schlafzimmer aufbewahrt - und nicht im Tresor wie seine anderen 14 Waffen.

Laut Berichten der Online-Portale der "FAZ" und "Bild.de" hat Tim K. die ungesicherte Tatwaffe und die dazugehörige Munition aus dem Schlafzimmer seines Vaters entwendet, der Mitglied in einem Schützenverein ist. Zudem soll der Vater seinem Sohn bereits im Alter von zehn Jahren das Schießen beigebracht haben. Beides sind Verstöße gegen das Waffengesetz.

Noch vier Verletzte in Kliniken

Unterdessen wurde am Montag bekannt, dass sich nach der Tat noch vier Verletzte in Krankenhäusern befinden. Zwei Schülerinnen und zwei Polizeibeamte würden wegen ihrer Schussverletzungen derzeit noch behandelt, teilten die Rettungs- und Betreuungskräfte am Montag in Winnenden mit. Für die Verletzten bestehe keine Lebensgefahr. Insgesamt wurden nach Polizeiangaben bei der Tat elf Menschen verletzt, neun von ihnen Schülerinnen und Schüler sowie zwei Polizeibeamte.

Nach der Beerdigung des ersten Opfers am Samstag sollen in den nächsten Tagen weitere Opfer beigesetzt werden. Unter anderem sollen im Laufe der Woche die drei getöteten Lehrerinnen beigesetzt werden, swie ein Sprecher des Regierungspräsidiums Stuttgart mitteilte. Ein muslimischer Schüler aus dem Kosovo wurde offenbar bereits zur Beerdigung in den Kosovo überführt.

Freiwilliger Unterricht

Für die Schüler der Albertville-Realschule begann unterdessen am Montag ein freiwilliger Unterricht. Mehrere Schüler versammelten sich am Vormittag in mindestens sechs Gemeinde- und Sporthallen in der näheren Umgebung. Wie viele Schüler genau das Angebot annahmen, war zunächst nicht bekannt. Das Schulhaus der Albertville-Realschule blieb auch am Montag geschlossen.

Der 17-jährige Tim K. hatte am vergangenen Mittwoch bei seinem Amoklauf insgesamt 15 Menschen erschossen, bevor er sich selbst tötete. Zum Gedenken an die Opfer des Amoklaufs ist eine zentrale Trauerfeier des Landes Baden-Württemberg am Samstag (21. März, 11 Uhr) geplant. An der Trauerfeier wollen auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundespräsident Horst Köhler teilnehmen.

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