Welt : Amtsübergabe: George Bush ohne "W"

Die Mitarbeiter des früheren US-Präsidenten Bill Clinton haben unter Anspielung auf das Kürzel des neuen Präsidenten George W. Bush offenbar nicht nur die "W"-Tasten von den Computer-Tastaturen im Weißen Haus verschwinden lassen. Sie spielten ihren Nachfolgern noch weitere Streiche. Computer wurden mit Viren infiziert, und in der Präsidentenmaschine Air Force One fehlten Geschirr und Gläser mit dem Präsidentensiegel. Mit dem Flugzeug war Clinton am vergangenen Samstag nach seinem Ausscheiden aus dem Amt nach New York geflogen. Der neue Sprecher des Weißen Hauses, Ari Fleischer, wollte den Vorfall nicht kommentieren: "Ich möchte lieber nicht beschreiben, was wir alles bei unserer Ankunft vorgefunden haben. Es wäre allerdings einfach, darüber zu streiten und das alles zu kritisieren", betonte Fleischer. Die neue republikanische Regierung wolle aber eine Liste über alle Streiche und bösen Scherze anlegen.

Nach Angaben aus dem Weißen Haus haben Mitglieder der Clinton-Regierung ihren Nachfolgern unter anderem Graffittis auf den Toiletten und Pornoheftchen in den Schreibtischschubladen hinterlassen. Türschlösser waren verstopft und Telefonleitungen gekappt. Fleischer schloss aus, dass Arbeiter beim hastigen Renovieren der Büros Schuld an den Telefonpannen sein könnten. Den finanziellen Schaden durch die Streiche konnte der Sprecher von George W. Bush nicht beziffern. Juristische Schritte gegen die Schuldigen werden nicht eingeleitet. "Der Präsident hat Verständnis dafür, dass Amtsübergaben eine schwierige und von starken Gefühlen geprägte Zeit sind", betonte Fleischer. "Wir sind nicht nach Washington gekommen, um mit dem Finger auf jemanden zu zeigen. Wir haben einen anderen Regierungsstil." Mehrere frühere Clinton-Mitarbeiter sagten, sie hätten nicht ernsthaft randalieren, sondern in alter Tradition den "Neuen" Streiche spielen wollen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar