Angriff auf Flugzeug : China vereitelt angeblichen Terroranschlag

Ein Passagierflugzeug ist nach Angaben der chinesischen Behörden ins Visier von muslimischen Terroristen geraten, die "ein Unglück herbeiführen" wollten. Bei den Hintermännern handele es sich um Uiguren, die die Unabhängigkeit von China anstreben.

PekingDie chinesischen Behörden haben nach eigenen Angaben einen Terrorangriff auf ein Passagierflugzeug vereitelt. Die Maschine der China Southern Airlines sei auf dem Flug von Ürümqi, der Hauptstadt der autonomen Region Xinjiang, nach Peking zur Landung gezwungen worden, "weil gewisse Leute ein Flugzeugunglück herbeiführen wollten", zitierte die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua den Gouverneur der Region, Nur Bekri. In Xinjiang (Ostturkestan) im Nordwesten Chinas lebt das Volk der Uiguren. Die muslimische Minderheit lehnt sich gegen die chinesische Herrschaft auf.

Das Flugzeug war den Angaben zufolge rund zwei Stunden nach dem Abflug am Freitag in Lanzhou in der Nachbarprovinz Gansu notgelandet. Es habe erst am Samstag seinen Flug nach Peking fortgesetzt. Der Anschlag sei rechtzeitig vereitelt, die Angreifer seien überwältigt worden. Angaben über die Zahl und die Herkunft der Verdächtigen sowie ihr genaues Motiv machte der Gouverneur nicht. Es habe sich aber mit Sicherheit um den Versuch gehandelt, das Flugzeug zum Absturz zu bringen. Ein Angehöriger der Fluggesellschaft wollte laut Xinhua nicht bestätigen, dass der Zwischenfall ein vereitelter Terrorangriff gewesen sei. Es sei Aufgabe der Polizei, dies herauszufinden.

Erst Ende Januar hatte die chinesische Polizei in Ürümqi zwei Mitglieder einer "Terrorgruppe" getötet und 15 Verdächtige festgenommen. "Offensichtlich plante die Bande eine Attacke, die auf die Olympischen Spiele abzielte", sagte Xinjiangs Parteichef Wang Lequan am Rande der Tagung des Nationalen Volkskongresses in Peking. Er ließ allerdings offen, was die Gruppe vorhatte. Bei der Razzia waren offiziellen Angaben zufolge Waffen, Sprengstoff und selbst gebastelte Granaten sichergestellt worden. (jvo/dpa)

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