• Angst vor Ansteckung: US-Krankenschwestern streiken für besseren Ebola-Schutz

Angst vor Ansteckung : US-Krankenschwestern streiken für besseren Ebola-Schutz

Unter den Krankenschwestern in den USA geht die Angst vor Ansteckung mit Ebola um. Nun streiken sie für umfangreichere Schutzmaßnahmen.

Besseren Schutz vor Ebola fordern Krankenschwestern und Pflegekräfte in den USA, hier in New York.
Besseren Schutz vor Ebola fordern Krankenschwestern und Pflegekräfte in den USA, hier in New York.Foto: Reuters

In den USA haben am Mittwoch zehntausende Krankenschwestern für mehr Schutzmaßnahmen bei der Behandlung von Ebola-Kranken gestreikt. Die Gewerkschaft ging davon aus, dass sich rund 100 000 Mitglieder des Pflegepersonals an der Arbeitsniederlegung beteiligten. Die Streikenden forderten bessere Schutzanzüge und Gesichtsmasken sowie mehr Training für den Umgang mit Ebola-Patienten.

"Ebola ist nur einen Flug entfernt", beklagte Kelly Fields, die als Krankenschwester auf der Intensivstation des Providence Krankenhauses arbeitet. Im Staat Texas hatten sich kürzlich zwei Krankenschwestern, die einen Ebola-Patienten betreuten, selbst mit dem Virus infiziert. Beide sind mittlerweile geheilt. Trotzdem fühlen sich 87 Prozent der US-Pflegekräfte unvorbereitet, sollten sie mit Ebola konfrontiert werden. Das ergab eine Umfrage des Berufsverbands der US-Krankenschwestern (National Nurses United, NNU), die zu den Protestaktionen aufgerufen hatte. Dem Personal fehlt es demnach an ausreichender Schutzausrüstung sowie an Kenntnissen, wie sie sich verhalten sollen. Das Providence Krankenhaus erklärte seinerseits allerdings, es sei auf alles vorbereitet.

In den USA ist bislang erst ein Mensch an Ebola gestorben.

Die tödliche Epidemie grassiert in den westafrikanischen Ebola-Krisenländern Liberia, Sierra Leone und Guinea unvermindert stark. Die Behörden der drei Staaten hätten 14 068 Fälle erfasst, von denen 5147 tödlich verlaufen seien, teilte die WHO am Mittwochabend in Genf mit. Allein in den vergangenen drei Wochen seien in Liberia, Sierra Leone und Guinea mehr als 2000 Krankheitsfälle neu dokumentiert worden. Die Ebola-Sterberate liegt in den drei Ländern laut WHO bei rund 70 Prozent. Gegen die Tropenkrankheit existieren keine Impfstoffe und keine Heilmittel.(rtr/dpa/epd)


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