Welt : Anklage: Systematischer Missbrauch Plädoyers im Prozess gegen Michael Jackson

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Santa Maria Im Missbrauchprozess gegen Popstar Michael Jackson hat die Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit ihrem Schlussplädoyer begonnen. „Ausnutzung und sexuellen Missbrauch“ eines 13-jährigen Jungen durch einen berühmten Sänger warf die Anklagebehörde Jackson vor. Zu Beginn seiner Ausführungen im Gericht von Santa Maria sagte Staatsanwalt Ron Zonen, Jackson habe sich zunächst bei dem früheren Krebspatienten eingeschmeichelt und den Jungen dann systematisch missbraucht. Im Fall eines Schuldspruchs drohen Jackson mehr als 20 Jahre Haft.

Der vorsitzende Richter hat der Anklage und der Verteidigung jeweils vier Stunden Zeit für ihre Schlussplädoyers eingeräumt. Jacksons Anwalt Thomas Mesereau sollte seine Ausführungen am Freitag abschließen. Danach wollte Richter Rodney Melville den Fall den 12 Geschworenen übertragen. Aus Sicht von Prozessbeobachtern könnte schon in wenigen Tagen das Urteil gegen den 46-jährigen Sänger fallen.

Jackson war am Donnerstag in Begleitung von seinen Eltern und Bruder Jermaine vor Gericht erschienen. Rund 150 Fans jubelten dem Popstar zu, der wie ein gebrochener Mann wirkte. Am Vorabend hatten sich Fans aus aller Welt vor dem Eingang zu Jacksons Neverland-Ranch zu einer Gebetsstunde versammelt.

Am Mittwoch hatte Melville den acht Frauen und vier Männern der Jury Anweisungen für ihre Urteilsfindung erteilt. „Sie dürfen sich nicht von Mitleid für oder Vorurteilen gegen den Angeklagten beeinflussen lassen“, zitierte die „Los Angeles Times“ aus den Erläuterungen des Richters. Der Richter wies die Geschworenen an, den Fall nur unter sich und nicht mit Außenstehenden zu diskutieren. Ihnen wurde ein 98-seitiger Leitfaden an die Hand gegeben. dpa

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