Anschlag? K.o.-Tropfen? : Neue Spekulationen um Haider-Tod

Die Familie des Rechtspopulisten Jörg Haider zweifelt einem Medienbericht zufolge am Unfalltod des Kärtner Landeshauptmanns. Haider sei demnach durch einen Anschlag ums Leben gekommen - mit K.o.-Tropfen. Dessen Witwe Claudia habe deshalb eine zweite Obduktion veranlasst. Auch um Haider-Nachfolger Stefan Petzner gibt es neuen Wirbel.

Witwe Haider
Hat Zweifel. Haiders Witwe Claudia. -Foto: dpa

Von Jörg VoglerIn Österreich schießen neuerliche Spekulationen um den Tod des Kärtner Landeshauptmanns Jörg Haider ins Kraut. Demnach bezweifeln führende Funktionäre der Haider-Partei BZÖ und die Familie des Rechtspopulisten den offiziellen Unfallhergang, will heute.at erfahren haben. Vielmehr seien Haider kurz vor dessen Tod K.o.-Tropfen verabreicht worden, weshalb er mit seinem VW Phaeton von der Fahrbahn abkam. Witwe Claudia habe bereits eine zweite Obduktion durchführen lassen - angeblich in Italien.

Treibende Kraft hinter den neuen Spekulationen um Haiders Tod ist laut heute.at dessen Witwe Claudia. Sie spreche "immer wieder" von K.o.-Tropfen, die dem Politiker kurz vor dessen Todesfahrt verabreicht worden sein sollen. Dafür könnte sprechen, spekuliert der Nachrichtendienst, dass an der Unfallstelle keine Bremsspuren gefunden wurden. Auch VW schürt die Phantasie mit der Aussage, der sichere Phaeton könne auch bei Tempo 142 und mit einem betrunkenen Fahrer nicht einfach so aus der Kurve fliegen.

Angesichts der "Ungereimtheiten" habe Claudia Haider nach der ersten behördlichen Obduktion in Graz eine zweite durch einen unabhängigen Mediziner gewünscht. Diese sei angeblich in Italien erfolgt. Zu einer offiziellen Stellungnahme sind aber weder sie noch führende BZÖ-Politiker bereit gewesen, räumt heute.at ein.

Petzner redet sich um Kopf und Kragen

Die Haider-Partei BZÖ beschäftigt sich unterdessen mit der Demontage des langjährigen Haider-Ziehsohns Stefan Petzner, der eigentlich als sicherer Nachfolger für den BZÖ-Fraktionsvorsitz galt, aber nun wegen angeblich homoerotischer Äußerungen offenbar untragbar geworden ist. Dabei geht es vor allem um Aussagen Petzners gegenüber dem Radiosender Ö3, wo er bereitwillig Auskunft über sein Verhältnis zu Haider gibt. Bereits zuvor hatte es Spekulationen gegeben, Haider sei kurz vor seinem Tod in einer Schwulenbar gewesen.

Petzner und Haider nach dem BZÖ-Wahlsieg im September. Petzner berichtet dem Radiosender: "Was den Jörg und mich betrifft, war es mehr. Es war umfassend - in vielen Facetten, auf vielen Ebenen. (...) Er war nicht nur mein Chef, sondern auch mein bester Freund. (...) Wir haben ja auch gemeinsam geweint." Er, Petzner, habe zuletzt manchmal bei Haider übernachtet, "weil ich in der Nacht allein Angst hatte". Der Landeshauptmann sei sein "Lebensmensch" gewesen, fügte Petzner hinzu. Der BZÖ waren diese Äußerungen wohl zu viel - sie nominierte Josef Bucher an seiner Stelle für den Fraktionsvorsitz.

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