Welt : Ansteckungsweg bei neuen Sars-Fällen in China rätselhaft

Behörden geben 118 neue Infektionen bekannt

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Peking (dpa). China hat am Freitag erneut 118 Erkrankungen und sechs Todesfälle durch die lebensgefährliche Lungenkrankheit Sars gemeldet. Bei 60 Prozent der neuen Patienten wissen die Gesundheitsbehörden nicht, wie sie sich angesteckt haben. Sie „tauchten plötzlich im Krankenhaus auf“, sagte der Vizedirektor des Gesundheitsamtes Liang Wannian, in Peking. Die übrigen Patienten hätten Kontakt zu Erkrankten gehabt und bereits unter medizinischer Beobachtung gestanden.

Mitarbeiter der WHO beklagen derweil das Vorgehen der chinesischen Beghörden. Es sei nicht bekannt, wann genau die Krankheit bei den neuen Verdachtsfällen ausgebrochen sei. Der Anstieg von 48 neuen Fällen in Peking war der niedrigste seit dem 20. April, als die Behörden nach wochenlangem Schweigen erstmals das wahre Ausmaß der Krankheit enthüllten. Die Zahl neuer Erkrankungen und Verdachtsfälle ist seit einigen Tagen nicht mehr so hoch wie zu Beginn, als im Schnitt täglich mehr als hundert Neuinfektionen gemeldet wurden. Da die Zahl der Patienten absolut aber weiter steigt und sich die Krankheit im Land ausbreitet, wollen Experten nicht von Entwarnung sprechen. Landesweit sind mit Außnahme von Hongkong laut Gesundheitsministerium bisher 4805 Menschen erkrankt und 230 gestorben. Nirgendwo gibt es jedoch so viele Fälle wie in der Hauptstadt Peking. Dort sind 2177 Menschen infiziert und bereits 114 gestorben. Trotz der strikten Reisebeschränkungen in China werden im Juni aber wie geplant die jährlichen Aufnahmeprüfungen für 80 000 Studenten in Peking stattfinden.

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