Antisemitismus : Jude in Paris stundenlang gequält

Eine Gang von Jugendlichen hat einen 19-jährigen Juden in Paris verschleppt und über Stunden brutal misshandelt. Die Halbwüchsigen sollen auch für den Tod eines Juden vor zwei Jahren verantwortlich sein, der so lange gefoltert wurde, bis er starb.

Ein 19-jähriger Jude ist in der Nähe von Paris nach Medienberichten stundenlang gequält und beschimpft worden. Nach Angaben der französischen Tageszeitung "Le Parisien" wurde der Jugendliche am 22. Februar von einer sechsköpfigen Bande in dem Pariser Vorort Bagneux angegriffen. Demnach schrieben die jungen Männer im Alter zwischen 17 und 28 Jahren auf die Stirn des Opfers "Dreckiger Jude". Sie hätten ihn brutal mit Fäusten geschlagen und mit Füßen getreten und ihm Verletzungen im Unterleib zugefügt.

Die Täter wurden Ende vergangener Woche festgenommen. Sie gaben an, zu einer "Gang der Barbaren" zu gehören, die vor zwei Jahren einen 23-Jährigen drei Wochen lang grausam zu Tode gefoltert hatte. Der Mord an dem Juden schockierte damals ganz Frankreich. Die Bande stammte aus Bagneux. Nach Angaben des jüdischen Dachverbandes CRIF sind im vergangenen Jahr 73 antisemitische Gewaltakte verzeichnet worden. Insgesamt wurden 261 antisemitische Akte registriert, 30 Prozent weniger als im Vorjahr. (jvo/dpa)

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