Antisemitismus-Vorwürfe : Dior feuert Galliano jetzt endgültig

Das Modelabel hat genug: Nach den mutmaßlichen antisemitischen Tiraden von John Galliano zieht das Traditionshaus Konsequenzen und trennt sich von seinem Star-Designer.

Keine Frage des Geschmacks: John Gallianos antisemitischen Äußerungen waren für das Modehaus Dior nicht mehr tragbar.
Keine Frage des Geschmacks: John Gallianos antisemitischen Äußerungen waren für das Modehaus Dior nicht mehr tragbar.Foto: Reuters

Paris - Nach groben Pöbeleien des britischen Stardesigners John Galliano trennt sich das französische Traditionshaus Dior endgültig von ihm. Am Wochenende war er bereits vorläufig suspendiert worden. Galliano habe sich „besonders abscheulich“ verhalten, erklärte das Modehaus am Dienstag in Paris. Galliano steht seit dem Wochenende in der Kritik, weil er in seiner Stammbar im Pariser Szeneviertel Marais wiederholt ausfallend geworden war und mehrere Gäste mit judenfeindlichen Bemerkungen beschimpft haben soll. Am Montag hatte die Polizei ihn zu einer Gegenüberstellung mit einem Paar und einer Frau geladen, die ihn angezeigt hatten; während die drei Bargäste bei ihrer Darstellung blieben, bestätigte zunächst kein Zeuge die Schilderung. Im Internet kursiert allerdings ein Video, das ihn zeigt, wie er seelenruhig „I love Hitler“ sagt und wüste judenfeindliche Verwünschungen ausstößt. In der Modebranche zirkuliert derweil eine Verschwörungstheorie, Dior habe sich schon länger von Galliano trennen wollen und nur nach einem Vorwand gesucht. Es gibt allerdings Berichte, nach denen Galliano in letzter Zeit Mühe hatte, Arbeitstermine wahrzunehmen. In Paris fingen am Dienstag die Modenschauen für Herbst und Winter an, bei denen auch Dior seine Kollektion zeigen wollte. Zunächst sagte das Haus die Schau am Freitag nicht ab. Gallianos Schau für sein eigenes Label ist für Sonntag geplant. Eine Launch-Party für seinen neuen Duft in Berlin ist für Montag geplant. Galliano selber wird entgegen der ursprünglichen Einladung nicht erscheinen, sagte eine Sprecherin dem Tagesspiegel. (Tsp/AFP)

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