• Appell an Besucher der Weltausstellung - Amnesty ruft zum Einsatz für Menschenrechte auf

Welt : Appell an Besucher der Weltausstellung - Amnesty ruft zum Einsatz für Menschenrechte auf

Zur Eröffnung der Expo 2000 in Hannover hat amnesty international zu konkretem Einsatz für die Menschenrechte aufgerufen. Besucher der Weltausstellung haben im Themenpark die Möglichkeit, Protestschreiben an die für Menschenrechtsverletzungen verantwortlichen Regierungen zu schicken, wie die Menschenrechtsorganisation am Mittwoch in Hannover erklärte. In Halle 7 würden die Besucher nicht nur über Menschenrechte und die Schicksale von Folteropfern informiert. Dort seien auch Faxgeräte für Protestschreiben an die jeweils Verantwortlichen installiert.

Die Generalsekretärin der deutschen Sektion von amnesty international, Barbara Lochbihler, betonte, die Expo sei eine Chance, die Öffentlichkeit auf die Notwendigkeit des Engagements für die Menschenrechte aufmerksam zu machen. "Das Interesse der Nationen ist es, sich als exotische Reiseziele oder lukrative Wirtschaftsstandorte darzustellen. Auf Menschenrechtsverletzungen werden sie wohl kaum hinweisen - zumal diese von den Regierungen zu verantworten sind", erklärte Lochbihler. Man dürfe nicht zulassen, dass Nationen und Regierungsvertreter unkritisch gefeiert werden, während in ihren Heimatländern Menschen inhaftiert, gefoltert oder hingerichtet werden.

amnesty international wird nach eigenen Angaben während der Weltausstellung an Diskussionsveranstaltungen teilnehmen - beispielsweise am "Global Dialogue" und beim "Treffpunkt Weltkirche". Aktionen in der Innenstadt von Hannover begleiteten die Expo. Wichtigster Anknüpfungspunkt hierfür seien die Nationentage, an denen einzelne Länder im Mittelpunkt stehen.

Ein Themenschwerpunkt der Arbeit von amnesty international auf und während der EXPO werde das Verhältnis von Wirtschaft und Menschenrechten sein. Als Beispiele für Konflikte nennt die Generalsekretärin den internationalen Transfer von Waffen an menschenrechtsverletzende Staaten sowie die existenzielle Bedrohung von Fischern, Landarbeitern und ganzen Dörfern in Indien durch gigantische Staudammprojekte.

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