Archäologie : Münzforscher behaupten: Kleopatra war hässlich

Von Shakespeare bis zu Asterix wurde ihr gutes Aussehen gepriesen - doch in Wirklichkeit war Kleopatra gar keine Schönheit. Zu diesem Schluss kommen britische Archäologen, die das Konterfei der ägyptischen Königin auf antiken Münzen untersuchten.

London - Eine fliehende Stirn, das Kinn spitz, die Nase kantig und die Lippen schmal: So habe die ägyptische Herrscherin tatsächlich ausgesehen, sagen britische Archäologen von der Universität Newcastle, nachdem sie das Abbild der Königin und ihres Geliebten Marcus Antonius auf einer Münze untersucht haben. Ähnlichkeit mit Elizabeth Taylor in dem berühmten Film "Kleopatra" von 1963 habe sie keineswegs gehabt. Und auch Marcus Antonius, in dem Film von Richard Burton dargestellt, kommt bei den Wissenschaftlern nicht gut weg. Der langjährige Liebhaber von Kleopatra habe hervortretende Augen, einen langen Hals und eine Hakennase gehabt, berichten sie.

Alle glauben, Kleopatra sehe aus wie Elizabeth Taylor

"Die römischen Schriftsteller erzählen von einer intelligenten und charismatischen Kleopatra, sie sagen, dass sie eine verführerische Stimme hatte", sagt Lindsay Allason-Jones, Direktorin des Archäologischen Museums der Universität Newcastle. Aber: "Sie erwähnen nie ihre Schönheit." Das Bild von Kleopatra als schöne Verführerin sei deutlich jünger, es gehe auf den mittelalterlichen englischen Dichter Geoffry Chaucer und auf Shakespeare zurück. "Das ist einer dieser Mythen, die verewigt wurden, weil Menschen wie Elizabeth Taylor Kleopatra spielten. Das ist sehr schwer aus der Vorstellung der Menschen zu bekommen."

Die von den Wissenschaftlern untersuchte Münze stammt aus dem Jahr 32 vor Christus. Ihr Wert betrug ein Dreihundertstel des Soldes eines römischen Soldaten und wurde vermutlich zur Bezahlung der Soldaten in Ägypten genutzt. Seit 1920 befand sich das Geldstück bereits in Newcastle. Es lag seitdem aber in einem Banktresor. Erst kürzlich wurde es wiederentdeckt. Das Untersuchen von Münzen gilt als eine der erfolgversprechendsten Methoden zur Analysierung der Gesichtszüge geschichtlicher Personen. (tso/AFP)

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