Welt : „Arctic Sea“ angeblich gesichtet

Verschwörungstheorien gehen weiter

Hamburg - Der seit rund zwei Wochen verschollene Frachter „Arctic Sea“ ist nach einem Bericht der „Financial Times Deutschland“ offenbar geortet worden. Wie die Zeitung am Freitag berichtete, wurde das mit Holz beladene Schiff am Freitagmorgen nahe der Kapverdischen Inseln im Atlantischen Ozean lokalisiert. Die „FTD“ beruft sich dabei auf zwei voneinander unabhängige, aber nicht näher genannte Quellen.

Das Schiff hatte zuletzt am 28. Juli Funkkontakt mit der britischen Küstenwache in Dover, um den Ärmelkanal zu passieren, und sollte am 4. August in der algerischen Küstenstadt Béjaia eintreffen. Das elektronische Identifizierungssystem des Schiffes gab das letzte Signal in der Nacht auf den 30. Juli vor der Nordwestküste Frankreichs ab. Was danach mit dem Schiff und der 15-köpfigen russischen Besatzung passierte, ist unklar.

Nach Einschätzung eines russischen Experten hat der Vorgang aller Wahrscheinlichkeit nach einen politischen Hintergrund. „Ich gehe davon aus, dass die Behörden längst wissen, wo das Schiff ist“, sagte der Vizechef der russischen Seefahrergewerkschaft, Sergej Portenko, der Moskauer Boulevardzeitung „Moskowski Komsomolez“. Mit Hilfe von Satelliten sei der Aufenthalt leicht auszumachen. Portenko vermutet, dass die „Artic Sea“ Waffen für den afrikanischen Kontinent geladen hat und gekapert wurde. Nun solle „die Sache vertuscht werden“. Drogenschmuggel hielt er für unwahrscheinlich. Medien befürchten, dass die Besatzung in Lebensgefahr ist. „Wenn bei dieser Sache wirklich wichtige Leute ihre Finger im Spiel haben, dürfte man die Besatzung als Zeugen wohl aus dem Weg räumen“, stellte die Zeitung fest.

Die „Artic Sea“ hat nach offizieller Version Holz geladen, das nach Algerien geliefert werden soll. AFP/dpa

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