Argentinien : Gletscher bricht unerwartet durch

Normalerweise ist es ein riesiges Spektakel, das von Fernsehteams übertragen wird. Der Zusammenbruch des argentinischen Gletschers Perito Moreno im Sommer. Dieses mal hat niemand zugeschaut, da das Naturereignis schon im Winter stattfand. Experten sprechen von einem Zusammenhang mit der Erderwärmung.

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Gletscher Perito Moreno. Normalerweise bricht er im Sommer, jetzt passierte das Naturspektakel jedoch schon im Winter. -Foto: AFP

Buenos AiresDer argentinische Gletscher Perito Moreno ist am Mittwoch erstmals während des Winters auf der Südhalbkugel durchgebrochen. Die 60 Meter hohe Eismauer stürzte mit gewaltigem Donnern ein. Obwohl der Bruch des Gletschers normalerweise ein riesiges Spektakel ist, wurde es dieses Mal nur von wenigen Einheimischen verfolgt. Auch das argentinische Fernsehen war nicht vor Ort, da die Experten das Ereignis erst in den nächsten Tagen vorhergesagt hatten - stattdessen sendete es Bilder des vorangegangen Bruchs. Lediglich eine Webcam konnte das Schauspiel live im Internet übertragen.

Dass der Perito Moreno bereits im Winter bricht, hatte die Fachwelt überrascht. Bereits am Sonntag waren erste, riesige Eisbrocken ins Wasser gestürzt. Experten vermuten einen Zusammenhang mit dem Klimawandel. "Es könnte mit der Erderwärmung zu tun haben, denn der Anstieg der Temperatur wirkt sich auf die Widerstandsfähigkeit des Eises aus", sagte Carlos Corvalán, der Leiter des Nationalparkes Los Glaciares in der Provinz Santa Cruz.

Der Perito Moreno liegt im dünn besiedelten Patagonien, rund 2800 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Buenos Aires. Mit einer Ausdehnung von 275 Quadratkilometern gehört er zu den größten Gletschern der Welt. Seine Eismassen rücken kontinuierlich vor und schneiden dabei einen Nebenarm des Sees Lago Argentino ab, den Brazo Rico. Das Wasser staut sich, bis es sich seine Bahn bricht und die Eisbarriere zusammenstürzen lässt. Normalerweise ist es alle vier bis sechs Jahre so weit. Zuletzt stürzten die riesigen Eisbrocken im März 2006 in den See. Tausende Besucher und Millionen Fernsehzuschauer verfolgten damals das Schauspiel. (fg/AFP)

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