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„Pennergame“ – ein Internetspiel erreicht Berlin

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Berlin - Rund 10 000 Obdachlose leben auf den Straßen Berlins, jetzt kommen viele Tausend dazu – zumindest in der virtuellen Welt eines Computerspiels. Am gestrigen Mittwoch startete die Berliner Variante des „Pennergames“, eines der erfolgreichsten Internetspiele in Deutschland. Die Spieler schlüpfen in die Rolle eines virtuellen Obdachlosen, der sich aus der Gosse nach oben kämpft. Pfandflaschen sammeln, Straßenmusik, Spenden eintreiben – das sind einige Wege zum Highscore. Ziel des Spiels ist es, als oberster Obdachloser ins Kanzleramt einzuziehen. „Das Pennergame zählt momentan zu den angesagtesten Browsergames“, sagt Peter Schmitz, Redakteur bei der Computerzeitschrift c''t. „Durch seinen satirischen Einschlag ist das Spiel besonders für ein jüngeres Publikum attraktiv.“

In einer ersten Version ging das Spiel schon Ende 2007 mit dem Schauplatz Hamburg an den Start, zuerst als Freizeitprojekt von zwei 19-jährigen Hobbyprogrammierern. Daraus wurde bald ein enormer Erfolg: Wie ein Virus verbreitete sich das „Pennergame“-Fieber in Deutschland – durch Mundpropaganda im Büro und auf dem Pausenhof. 1,6 Millionen Nutzer haben sich bislang schon angemeldet. Die Erfinder des Spiels sind Niels Wildung und Marius Follert. Als sich immer mehr Nutzer anmeldeten, brachen beide ihre Ausbildung ab. Heute residieren sie mit ihrer Firma „Farbflut“ und zehn Mitarbeitern in einem noblen Bürgerhaus nahe der Hamburger Außenalster, im Souterrain zwischen Flachbildschirmen, Colakisten und Pappkartons. Die Inspiration für das „Pennergame“ holten sich die Entwickler auf der Reeperbahn. „Wir haben auf dem Kiez immer mehr Obdachlose gesehen, die nach Pfandflaschen suchen“, sagt Marius Follert. Torben Waleczek

Link: www.pennergame.de

(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 16.04.2009)
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