Artenschutz : WWF: Walfangkonferenz war ein "Desaster"

Eine negative Bilanz der Tagung der Internationalen Walfangkommission in Chile zieht der Umweltschutzverband WWF. Das Treffen sei nutzlos, weil keine Entscheidungen für den Schutz der Wale getroffen wurden. Viele Arten blieben in ihrer Existenz bedroht.

Wale
Das Schlachten geht weiter: Tierschützer sind enttäuscht von der Tagung der Walfangkommission. -Foto: dpa

OsnabrückDer WWF-Artenschutzexperte Volker Homes hat das Ergebnis der 60. Tagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) in Santiago de Chile als Desaster bezeichnet. "Das einzige Ergebnis ist eine Art Waffenstillstand zwischen Walfang-Befürwortern und -Gegnern, um aus der völligen Handlungsunfähigkeit herauszukommen", sagte Homes der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Freitag). Es sei "eine Menge Geld verschwendet worden, damit fast 2000 Teilnehmer aus 80 IWC-Staaten eine Woche lang zusammenkommen".

Die IWC hatte auf der an diesem Freitag zu Ende gehenden Tagung zentrale Entscheidungen verschoben. Eine Arbeitsgruppe soll Kompromissvorschläge erarbeiten, um den Konflikt zwischen Gegnern und Befürwortern der Waljagd zu entschärfen.

Kritik vor allem an Japan

Homes kritisierte vor allem Norwegen, Island und Japan, "die Ausnahmen und ein Schlupfloch für sogenannten wissenschaftlichen Walfang ausnutzen". Der WWF-Experte warnte zwar vor einer Auflösung der IWC, "weil sonst die Wale gar keinen Schutz mehr hätten". Zugleich räumte er aber ein, dass der jetzige Stillstand einige Walarten in ihrer Existenz bedrohe. "Von den Finn- und Seiwalen gibt es nur noch 8000 weltweit."

Noch prekärer stehe es um andere Arten. Homes: "Auf der Welt gibt es nur noch 300 Nordkaperwale und 120 Westpazifische Grauwale." Die Folgen eines Walsterbens seien für die Umwelt verheerend. "Denn ohne die Wale als Ende der Nahrungskette könnte das Ökosystem Meer kippen", sagte er dem Blatt. (ut/dpa)

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