Artenschutzkonferenz : Schuppentiere sind ab jetzt illegale Ware

Beim Handel mit Schuppentieren drohen künftig hohe Strafen. Die Artenschutzkonferenz in Johannesburg hat einen stärkeren Schutz der bedrohten Tiere beschlossen.

Jonas Schaible
Schuppentiere gelten als die meistgeschmuggelten Säugetiere der Welt.
Schuppentiere gelten als die meistgeschmuggelten Säugetiere der Welt.Foto: AFP

Wer in Vietnam mit Schuppentieren handelt, dem droht künftig das Gefängnis. Bis zu fünf Jahre Haft für drei bis sieben Schuppentiere, ab elf toten Schuppentieren drohen sogar zehn bis 15 Jahre, teilt die Organisation Save Vietnam’s Wildlife mit. Sie betreibt in Vietnam ein Schutzzentrum für Schuppentiere und arbeitet mit der deutschen Welttierschutzgesellschaft zusammen. Der Grund für die hohen Strafen: Auf der Weltartenschutzkonferenz in Johannesburg haben die Mitgliedstaaten des Washingtoner Artenschutzabkommens CITES beschlossen, Schuppentiere von Anhang II auf Anhang I zu verschieben.

Was sehr technisch klingt, hat also praktische Folgen. In den einzelnen Staaten, sofern sie wie Vietnam Gesetze haben, die Tiere von Anhang I besonders schützen. Und automatisch für den Handel zwischen allen 182 CITES-Mitgliedern: Mit Tieren, die in Anhang II gelistet sind, darf nur dann kommerziell gehandelt werden, wenn der Exportstaat geprüft hat, dass dadurch die Art nicht gefährdet wird. Mit Wildtieren, die in Anhang I stehen, ist jeder kommerzielle Handel verboten. Dort finden sich etwa Tiger, Schneeleoparden und die meisten Elefanten. Und künftig eben auch alle acht Schuppentier-Arten.

Bei Gefahr rollen sich Schuppentiere zu einer Kugel zusammen

Schuppentiere sind Säugetiere, die fast ausschließlich Ameisen und Termiten fressen. Bei Gefahr rollen sie sich zu einer Kugel zusammen, bedeckt von ihren scharfkantigen verhornten Schuppen. Ob in China, Südostasien, Indien oder Afrika– sie werden gejagt und gegessen, sagt Carly Waterman von der Spezialistengruppe Schuppentier der Umweltschutzorganisation IUCN. Was ihnen gegen Leoparden hilft, macht sie zur leichten Beute für Menschen: Wilderer sammeln die zusammengerollten Tiere einfach ein. „Schuppentiere sind die am häufigsten gehandelten Säugetiere der Welt“, sagt Waterman. Etwa 100 000 Tiere pro Jahr würden über die Grenzen gebracht, schätzt sie. Vor allem in China werden die Schuppen für Medizin verwendet. Bis zu 500 Dollar würden dort für ein Kilo bezahlt, sagt Waterman. Für asiatische Schuppentiere gab es bisher schon ein faktisches Ausfuhrverbot. Gestoppt hat das den Handel nicht. Oft seien asiatische Tiere als afrikanische ausgegeben worden – und für Laien am Zoll sei es unmöglich, die Schuppen einer speziellen Art zuzuordnen. Künftig wird’s einfacher: Ein Schuppentier am Zoll ist dann fast sicher illegale Ware.

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