Arzneimittelwerbung : Rath vor Gericht

Vor dem Hamburger Amtsgericht hat ein Prozess gegen den umstrittenen Mediziner Matthias Rath begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 50-Jährigen Verstoß gegen das Arzneimittel- und das Heilmittelwerbegesetz vor.

Hamburg - So soll Rath, der durch die Behandlung des an Krebs gestorbenen neunjährigen Dominik bekannt geworden war, über seine Firma in den Niederlanden ohne arzneimittelrechtliche Zulassung Vitaminprodukte über das Internet zur direkten Bestellung angeboten haben. Dabei habe er den Präparaten in der Produktbeschreibung therapeutische Wirkungen zugeschrieben, die diese tatsächlich nicht hatten, heißt es in der Anklageschrift.

Außerdem soll der Mediziner auf der Internetseite einen Link zu der Seite "Informationen über natürliche Krebstherapie" eingerichtet und dort den Eindruck erweckt haben, dass seine Produkte sicher akute Krebserkrankungen heilen könnten. Dies sei aber nicht der Fall gewesen, was Rath nach Auffassung der Staatsanwaltschaft auch wusste.

"Krebs ist heilbar - natürlich!"

Der Mediziner hatte im Dezember 2004 an Hamburger Haushalte eine Postwurfsendung mit dem Titel "Gesundheits-Rath-geber" verteilt, in der er unter den Überschriften "Krebs ist heilbar - natürlich!", "Zellular Medizin - die einzige wissenschaftliche Alternative zur gescheiterten Chemotherapie", "Fakten und Fragen zu Dominiks Ableben - Die Wahrheit über Dominik" und "Wie Zell-Vitalstoffe Krebs gezielt bekämpfen" die Vorzüge des von ihm entwickelten Naturheilverfahrens anpries.

Die Eltern des kleinen Dominik hatten eine Chemotherapie abgebrochen und sich für die umstrittene Zellvitalstoff-Therapie von Rath entschieden. Als der Junge am 1. November 2004 in einer Klinik in Mexiko starb, machte Rath einen inneren Bluterguss dafür verantwortlich. Eine Obduktion ergab jedoch eindeutig, dass der Junge an einem metastasierenden Tumor gestorben war. (tso/AFP)

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