Welt : Arzt bei Missbildungen unterhaltspflichtig

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Karlsruhe (dpa). Die Eltern behinderter Kinder können den vollen Unterhaltsaufwand ersetzt bekommen, wenn ihr Arzt bei der Schwangerschaftsuntersuchung die Fehlbildungen übersehen hat. Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) vom Dienstag können sich die Eltern in solchen Fällen darauf berufen, sie hätten das Kind bei Kenntnis der Behinderung abgetrieben. Die Bundesärztekammer (BÄK) kritisierte das Urteil. „Durch die Entscheidung des BGH haben diejenigen Recht bekommen, die den Menschen nach Maß progagieren“, erklärte BÄK-Präsident Hoppe in Köln. Hoppe bemängelte, damit werde indirekt die Abtreibung behinderter Kinder propagiert. „Dieses Verständnis von Beliebigkeit menschlichen Lebens steht im krassen Gegensatz zum ärztlichen Berufsethos und den Wertvorstellungen einer humanen Gesellschaft.“ In dem vorliegenden Fall war ein Kind mit verstümmelten Armen und Beinen auf die Welt gekommen.

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