Welt : Aschewolke macht weiter Ärger

London/Berlin - Passagiere, die auf Bänken die Nacht im Flughafen verbringen, Warteschlangen vor den Schaltern, annullierte Flüge – die Aschewolke des isländischen Vulkans Eyjafjöll hat den Flugverkehr in Europa erneut behindert. Betroffen waren am Montag vor allem die Niederlande und Großbritannien, rund tausend Flüge fielen europaweit aus.

Der Wind wehte die Vulkanasche in Richtung Irland, Großbritannien und zum europäischen Festland. Stundenlang mussten zahlreiche Flughäfen in Großbritannien und den Niederlanden ihren Betrieb einstellen, darunter die beiden größten Londoner Airports Heathrow und Gatwick sowie der Amsterdamer Flughafen Schiphol. Erst ab dem Morgen wurden Heathrow und Gatwick schrittweise wieder geöffnet, Schiphol folgte um 13 Uhr. Wegen der zahlreichen Annullierungen und Verspätungen in den Niederlanden und Großbritannien kam es auch in anderen Ländern zu Beeinträchtigungen, darunter auch in Deutschland. In Berlin wurden bis zum Abend etwa ein Dutzend Flüge von insgesamt mehr als 600 täglichen Starts ab Tegel und Schönefeld annulliert. Die meisten hatten Ziele in Großbritannien.

Der Flugraum über Deutschland bleibt von der neuen Aschewolke aber vorerst verschont. „Wir erwarten keine Beeinträchtigungen innerhalb der nächsten Tage“, sagte der Meteorologe Andreas Beck vom Deutschen Wetterdienst. Auch die Deutsche Flugsicherung erklärte, „bis auf Weiteres“ sei über Deutschland nicht mit Behinderungen zu rechnen. Die europäische Organisation für Flugsicherheit Eurocontrol teilte in Brüssel mit, rund 28 000 Flüge würden wie geplant stattfinden. Im April hatte der Eyjafjöll fast den gesamten europäischen Luftverkehr rund eine Woche lang lahmgelegt.

Der Ausbruch des Gletschervulkans dauert weiter an. Nach Angaben des isländischen Geophysikers Magnus Tumi Gudmundsson kann niemand vorhersagen, wann er enden wird. AFP/cs

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