Welt : Asien im Feuerrauch

Schnelle Ausdehnung in Indonesien, Singapur, Malaysia, Thailand und Philippinen KUCHING (AFP).Klebriger, grauer Nebel hängt in den Straßen von Kuching.Halbvermummte Gestalten hasten durch das Dämmerlicht, Menschen, die sich nur noch mit Atemschutzmasken aus ihren Häusern trauen.Es ist ein gespenstisches Bild, das die Hauptstadt des malaysischen Bundesstaates Sarawak in diesen Tagen bietet."Die Leute hier sind an den Sonnenschein gewöhnt", sagt einer."Man fühlt sich ziemlich unbehaglich.Es ist das erste Mal, daß wir so etwas erleben." Die stickigen Schwaden hängen wie ein Leichentuch über der Stadt und ihren 400 000 Einwohnern, herübergeweht aus dem entfernten Indonesien, wo seit Wochen die Wälder brennen.Schulen und Kindergärten sind geschlossen, auf dem Flughafen ruht der Verkehr.Dem Aufruf der Behörden, den Arbeitsplätzen fernzubleiben, folgten die Bewohner nicht.In ihrer Mehrzahl arbeiten sie als Tagelöhner und können sich keinen Tag ohne Verdienst leisten.So kämpfen sie sich Morgen für Morgen durch die schummrigen Straßen, in denen der Blick nicht weiter reicht als 200 Meter. Zwei Menschen sind infolge der Luftverschmutzungen ums Leben gekommen.1200 malaysische Feuerwehrleute sind inzwischen in den Katastrophengebieten eingetroffen, um ihre indonesischen Kollegen zu unterstützen.Den Bemühungen, die mehreren hundert Brandherde im Dschungel zu löschen, wurden jedoch nur geringe Chancen eingeräumt.Der Rauch, der seit Wochen auch über Singapur und Brunei die Luft verpestet, erreichte inzwischen die Philippinen und Thailand. Auslöser der Luftverschmutzung sind dem indonesischen Umweltministerium zufolge unzählige Brandrodungen.Es beschuldigte 176 Unternehmen der Holzwirtschaft, die Brände vorsätzlich zur billigen Landgewinnung gelegt zu haben.Umweltschützer erklärten, die indonesische Regierung habe vorsätzlich fahrlässig gehandelt.Sie habe trotz der Warnungen vor einer Dürre nicht hart genug gegen die Holzunternehmen durchgegriffen.Die Regierung kündigte indes drastische Strafen für die Verantwortlichen an.300 000 Hektar sind bisher ein Raub der Flammen geworden.Begünstigt werden die Feuer durch die schlimmste Dürre seit 50 Jahren, die durch das Wetterphänomen El Niño begünstigt wird.

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